Als ausgeklügelter Stratege und einer der bestbezahlten Manager Deutschlands gilt Jochen Zeitz. Mit gerade einmal einem Alter von 30 Jahren schaffte er es, zum Vorstandschef des Sportartikelherstellers aufzusteigen. Nun steht nach 17 Jahren ein Wechsel zu der 17 Millionen Euro schweren französischen Puma-Mutter PPR (Gucci) an.
Seine Karriere bei Puma verlief rasant: Der gebürtige Mannheimer fing nach dem Studium bei Colgate-Palmolive an – in Hamburg und New York, bis er zu Puma ins Marketing wechselte. Gleichzeitig war er viele Jahre hinweg bei Puma für die Ressorts Finanzen, Personal, Marketing, Vertrieb und Verwaltung zuständig. Nach und nach gab er seine Aufgaben an Andere ab und vergrößerte gleichzeitig den Kreis des Vorstands.
Innerhalb dieses Zeitraums ist ihm die Sanierung des finanziell angeschlagenen Sportartikelherstellers geglückt: Puma legte sein Billig-Image ab und wuchs über viele Jahre schneller als die direkten Konkurrenten Nike und Adidas. Der Umsatz konnte von 200 Millionen auf zuletzt 3,5 Milliarden Euro gesteigert werden. Puma erzielt bessere Margen als die Konkurrenz. Unter Zeitz ist der Aktienkurs von 3,50 Euro auf zeitweise 350 Euro beflügelt worden. Das bedeutete ein Gehalt von sieben Millionen Euro für den Manger jährlich. Derzeitig weist Puma allerdings keine konkrete Gehaltshöhe des Managers aus.
Die weltweite Finanzkrise ließ auch den Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach nicht unberührt: Puma fiel zurück – unter Anderem durch fehlende Innovationen bei Produkten. Ein strikter Sparkurs wurde angeordnet, der Börsenkurs lag bei nur noch 250 Euro. Angestrebtes Ziel für 2015 ist ein Umsatz von vier Milliarden Euro. Zeitz bastelte an der neuen Geschäftsstrategie – umsetzen soll sie nun aber ein Anderer. Und überhaupt: Jochen Zeitz ist ein sehr nüchterner und besonnener Mann, ein genau abwägender Manager, der Entscheidungen nachhaltig treffen möchte. Die Mitarbeiter beschreiben seinen Wandel, Entscheidungskompetenzen abzugeben und den Kreis des Vorstandes zu vergrößern positiv. Ein langjähriger Mitarbeiter dazu: „Er war eine One-Man-Show, jetzt ist er eher Coach als Spielmacher.“
Zeitz ist ein Multitalent in jeglicher Hinsicht: Der 47-Jährigen läuft den New York-Marathon in drei Stunden und 40 Minuten gelaufen, spricht sechs Fremdsprachen fließend, darunter Suaheli. Seine Besondere Begeisterung gilt dem afrikanischen Kontinent. In Kenia betreibt er eine eigene Farm.
Nun wird ihn sein Weg wird in die französische Hauptstadt führen. Hier wird er künftig auf der Suche nach neuen Marken sein, um die Puma-Familie zu vergrößern. Ein weiteres, ihm auch persönlich sehr wichtiges Anliegen ist die konzernweite Zuständigkeit einer nachhaltigen Produktion. Seine Pläne bei Puma: Bis 2015 soll ein Viertel an CO2, Energie, Wasser und Abfall gespart werden. Eine konkrete Maßnahme: Herkömmliche Schuhkartons werden künftig durch ökologischere Tragetaschen ersetzt.
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