Jochen Zeitz ist der typische Manager-Typ. Charismatisch, besonnen, aber auch zielorientiert und ehrgeizig. Der gebürtige Mannheimer studierte bei Colgate-Palmolive in New York und Hamburg und wechselte 1988 in die Marketingabteilung von Puma.
Seit 17 Jahren ist Zeitz nun Vorstandschef und das nicht ohne Grund. Er schaffte es dem einstigen Ramsch-Image eine neue Politur zu verpassen und den Konzern in den Olymp der Sportartikelhersteller zu befördern. Er verdiente zeitweise mehr als sieben Millionen Euro Gehalt. Ihn schmücken Titel wie „Unternehmer des Jahres“, „Player of the Year“ und „Stratege des Jahres“
Nach einer Krise im Jahr 2008 änderte sich das Blatt. Puma musste einen harten Sparkurs fahren, der Börsenkurs sank von 350 auf 250 Euro. Zeits Strategie bis 2015 vier Milliarden Euro Umsatz zu erzielen, fiel in den Aufgabenbereich eines anderen. Zeitz wird künftiger Verwaltungsratsvorsitzender des Unternehmens. Vielleicht war alles zu viel. Zu viel Macht, zu viel Einfluss, zu viel Karriere. Mitarbeiter sagen über ihn: “ Er war eine One-Man-Show, jetzt ist er eher Coach als Spielmacher.“
Doch Zeitz ist ein Kämpfertyp. Er ist nicht nur leidenschaftlicher Läufer (den New York Marathon schaffte er einmal in drei Stunden und 40 Minuten), auch in seinem Job kämpft er sich wieder nach oben. Er wechselt zur 17 Milliarden schweren französischen Puma-Mutter PPR (Gucci) und wird in Zukunft Leiter des neuen Sportbereichs. In seinen Aufgabenbereich fällt außerdem die konzernweite Zuständigkeit für nachhaltige Produktion. Bis 2015 möchte er bei Puma ein Viertel an CO2, Energie, Wasser und Abfall sparen.
Der Sinn für Nachhaltigkeit ergänzt auch seine zweite große Leidenschaft neben dem Sport: Zeitz ist großer Afrika Fan. Er besitzt eine Farm in Kenia und spricht neben fünf anderen Sprachen auch Suaheli. Für die Fußball WM 2010 in Südafrika ließ er sogar in manchen Werbungen das Puma-Logo ändern. Statt der springenden Raubkatze zierte das Logo die Silhouette des afrikanischen Kontinents.
