So schnell wie noch nie erreichen uns heutzutage die Nachrichten aus den entfernsten Ecken der Welt. “Die Zukunft hat bereits begonnen!” – schreien die Werbeslogans verschiedener Internetanbieter. Zieht man die Internetgebühren nicht in Betracht, so kann man sagen, dass jeder Mensch sich jederzeit mit einem einzigen Mausklick völlig kostenfrei den Zugang zur Information jeder Art verschaffen kann. Wenn noch vor einigen Jahren das schriftliche Wissen hauptsächlich auf dem Papier festgehalten und ausschließlich in privaten oder öffentlichen Bibliotheken bzw. in den Zeitschriftläden zu finden war, braucht man sich heute nicht mal vom Fleck zu rühren um seine Neugier zu befriedigen.
Im Gleichschritt mit der Evolution der Massenmedien entwickeln sich auch die damit zusammenhängenden beruflichen Tätigkeitsrichtungen. Als einer der möglicherweise modernsten Vermittler zwischen dem Geschehen und dem Leser gilt der Online-Journalist. Sein Arbeitsablauf unterscheidet sich im bestimmten Sinne vom klassischen Journalismus, aber es ist kein grundsätzlicher Unterschied, sondern ehe eine zeitlich bedingte Ergänzung zu bereits bestehenden traditionellen Vorgangsabfolgen.
Im Vergleich zur Vergangenheit sieht die Gegenwart immer mehr neue Technologien vor. Die mediale Technik wird immer komplizierter, aber gleichzeitig schafft sie einfachere Bedienung und gibt mehr Möglichkeiten für die Gestaltung multimedialer Contents.
Heute vereinigt ein Online-Journalist in seiner Person gleich mehrere Arbeitsfunktionen. Neben seiner ursprünglichen Aufgabe der Recherche und des Schreibens übernimmt er mithilfe der zusätzlichen technischen Mitteln wie ein PC oder eine Fotokamera die Herstellung der zum thematischen Material passenden Medieninhalten. Zugleich trägt er häufig die Verantwortung für das “Design” seines Artikels. Aus diesem Grund muss jeder solcher Berufstätiger ausreichende Kenntnisse im Umgang mit den Hard- bzw. Software nachweisen und über einen bestimmten Grad an Kreativität verfügen. Sonst riskiert man trotz einem ausgezeichneten Schreibetalent eine unvollständige Entfaltung seiner Eindrücke vor den Augen des Lesers vorzustellen, die mindestens ein unangenehmes Gefühl der Selbstunzufriedenheit zu Folge haben könnte.
So erscheint der moderne Online-Journalist als ein universeller All-in-one- Pressemann, der in der Lage ist, in jede Zeit und von jedem Ort aus ein fertiges Informationsprodukt auf dem Internetressource seiner Redaktion der ganzen Welt zu präsentieren.
Bei einem Wunsch die direkte Kritik zu seinem Schaffen zu erleben bzw. einen Dialog mit dem Leser im Bezug auf ein Thema aufzunehmen, ist es für die Autoren mittlerweile machbar geworden, ein Diskussionsfeld gleich unter dem Bericht auf der Internetseite zu eröffnen. Dadurch erhält ein Online-Journalist die Möglichkeit zu erfahren, wie die Leser auf den Stil und Methoden seiner Arbeit reagieren; was sie bei einem bestimmten Zug des Autors gut oder schlecht finden. Auf diese Weise bekommt man zum Beispiel Verbesserungsvorschläge oder zieht daraus eigene Schlussfolgerungen, die einen erheblichen Beitrag zu späteren Erfolgen in der persönlichen journalistischen Laufbahn leisten können.