Ich wollte doch nur leben…
Man kann nach dem berühmten Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick bekanntlich nicht nicht kommunizieren. Manchmal habe ich das Gefühl, so viel in meinem Kopf zu haben, das einfach raus muss. Nur wohin damit? Meine Familie hört mir schon lange nicht mehr zu. Und finden Sie mal Freunde, wenn sie das Herz auf der Zunge tragen.Unmöglich. So versuche ich dem Inhalt meines zuweilen einer Rumpelkammer gleichenden Gehirns zu ordnen, ihm einen Sinn und gewissen Nutzwert zu geben. Das bedarf Zeit. Das muss schriftlich passieren. Mündlich rede ich mich regelmäßig um Kopf und Kragen! Es gilt also, ein anderes Ventil zu finden, um jenen Inhalt in die Außenwelt zu transportieren. Möglichst weit weg mit dem Zeug. Und falls sich herausstellen sollte, dass dies für irgendjemanden auf der Welt einen Wert haben könnte, würde ich alles dafür tun, dass diese Information beim Betreffenden ankommt.
Und um diesem mühsamen Vorgang eine Existenzberechtigung zu geben, nenne ich mich fortan Journalistin.
Doch mit dieser Bezeichnung kommt auch so einige Verantwortung. Plötzlich erwartet man ein gewisses Niveau von dem, was ich von mir gebe. So versuche ich so viel Information wie möglich in mein Gehirn hinein zu stopfen, dies mit dem bereits vorhandenen Inhalt zu vereinen, zu reorganisieren, auszusortieren, zu diskutieren, zu transferieren und etwas daraus zu machen, das sowohl neu, als auch einzigartig ist. Vorab: Das klappt nur selten. Aber ich bin stets der festen Überzeugung, dass es jeden Augenblick so weit sein kann, dass durch dieses Verfahren ein Geniestreich entsteht!