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Auftaktdemo des Mainzer Bildungsstreik noch recht zaghaft

Banner1„Bildung für alle und zwar umsonst!“ nur wenige eifrige Studierende rufen ihn sich immer wieder zu, den Klassiker unter den Studentenparolen. Der Rest der 200 bis 300 Demonstranten stimmt nur selten ein. Angekündigt war die Demonstration am Dienstag als „Warum-up-Demo“ für den Bundesweiten Bildungsstreik, der vom 15. bis zum 19. Juni auch in Mainz stattfindet.

Für den Auftakt des Mainzer Bildungsstreiks hatten sich nicht nur Studierende und Schüler aus Mainz angekündigt sondern auch Gruppen aus ganz Rheinland-Pfalz und dem Rhein-Neckar-Gebiet. Tatsächlich waren einige Unterstützer aus anderen Städten angereist, doch am Ende wirkte es eher, als seien sie gekommen, um den streikenden Mainzern Protest-Nachhilfe zu geben.

Schleppende Kundgebung am Bahnhof

Denn die für 18 Uhr angekündigte Demonstration konnte aufgrund technischer Schwierigkeiten erst eine halbe Stunde später starten und dem Start merkte man zusätzlich an, dass die Studierenden sich mit der Warm-up-Demo tatsächlich erst noch aufwärmen mussten. Die Ansprache eines Redners aus dem Kreis der Studierenden wirkte neben der flammenden Rede einer Schülerin lahm und konnte das Publikum nicht recht mitreißen.

Lediglich den Mitgliedern des Arbeitskreis (AK) Bildungsstreik, der den Aufmarsch organisiert hatte, gelang eBanners, die Stimmung mit Trommel-Rhythmen, Bannern und Reggea-Klängen aus dem mitgebrachten Streik-VW-Bus etwas aufzulockern. Ein dritter Redner löste mit den aufrüttelnden Worten „Wehrt euch! Auf euch kommt es an!“ nur zögerlichen Beifall aus.

Wenige Demonstranten mit wenig Wut im Bauch

Einmal in Bewegung gesetzt, zogen die Demonstranten vom Hauptbahnhof über die Große Bleiche zum Bildungsministerium, um Ministerin Doris Ahnen symbolisch einen Besuch abzustatten. Den etwa 200 Studierenden aus Mainz, die neben den Veranstaltern vom AK Bildungsstreik zusammengekommen waren, schien es jedoch richtiggehend peinlich zu sein, im Protestmarsch durch die Stadt zu ziehen.

Nur wenige schlossen sich den Sprüchen der mit Megaphon ausgerüsteten Organisatoren an. Die vage Forderung „Bildung für alle und zwar umsonst!“, war noch das höchste, worauf man sich einigen konnte und auch diese Rufe verebbten immer wieder. Und so waren die Autofahrer und Passanten auch entsprechend verwirrt, wofür die Demonstranten denn nun auf die Straße gegangen waren. Die Mitglieder des AK Bildungsstreik bemühten sich nach Kräften, das Rätsel aufzulösen und versorgen die Schaulustigen mit Flyern.

Träge Mainzer oder schlechte Werbung?

Dabei hatten die Organisatoren vorab kräftig die Werbetrommel gerührt. Für die beiden vergangenen Informations- und Mobilisierungswochen hatte der AK Bildungsstreik zahlreiche Veranstaltungen organisiert.

Auf Diskussionen, Vorträgen und in einer Vollversammlung  hatten sich die Studierenden schon vorab mit dem Themen des Bildungsstreik beschäftigt. Es fand sogar ein Aktionstraining statt, auf dem alle Interessierten erste Streik-Erfahrung sammeln konnten. Die Flyer, auf denen zur Auftaktdemo aufgerufen wurde, waren auf dem Campus allgegenwärtig.

Bildungsstreik-Bewegung erreicht die Massen (noch) nicht

Ein Grund für die schlechte Beteiligung an der Demonstration könnten die teilweise radikalen Forderungen der Organisatoren sein. Einigen dürfte zudem missfallen, dass die Veranstalter demonstrativ ihr politisch linkes Selbstverständnis in den Bildungsstreik einbringen. So werden im offiziellen Flyer des Mainzer Bildungsstreik die Missstände im Bildungssystem mit den Eigenheiten eines kapitalistischen Systems erklärt.

Ob die Bildungsstreik-Veranstalter mit den wenigen Demoteilnehmern die Quittung für ihre eindeutige Positionierung auf dem politischen Spektrum bekommen haben, kann nur vermutet werden. Ob es dem Mainzer Bildungsstreik gelingt, doch noch unpolitische Studierende zu mobilisieren, die nicht zu den typischen Demo-Gängern gehören, wird sich in der Streikwoche Mitte Juni zeigen.

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