Erasmus – Bewerben lohnt sich

By katharue

Was man zu Erasmus wissen muss

Das Wort Erasmus dürfte den meisten Studenten ein Begriff sein. Details sind wohl den wenigsten bekannt. Für alle, die sich um ein Erasmus-Stipendium bewerben wollen, liefert dieser Artikel eine erste Hilfestellung.

Die Vorteile, die ein Erasmus-Stipendium bietet, sind vielfältig. Die Studenten erhalten ein Teilstipendium, werden von den Studiengebühren befreit und organisatorisch rundum betreut. Doch wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, in den Genuss eines solchen Stipendiums zu kommen? Lohnt sich eine Bewerbung überhaupt? Nachforschungen zeigen: Das Ergebnis fällt erstaunlich positiv aus.

Gute Noten sind nicht allein ausschlaggebend

Zum Bewerbungsverfahren selbst ist nicht viel zu sagen – weniger zeitintensiv könnte es kaum sein: Neben den standardmäßigen Unterlagen, die man auch von anderen Bewerbungen kennt – Lebenslauf, Zeugnisse – füllt man einen kurzen Bewerbungsbogen aus und verfasst ein schönes Motivationsschreiben. An dieser Stelle sei ein Appell an alle Studenten gerichtet: Beim Motivationsschreiben richtig Mühe geben, denn es könnte am Ende den Ausschlag geben für eine Zu- oder Absage!

Um sich zu bewerben, sollte man sich mindestens im zweiten Semester befinden. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, werden die Noten als erstes Auswahlkriterium herangezogen. Daneben werden Sprachkenntnisse berücksichtigt, insbesondere wenn Universitäten anvisiert werden, deren Unterrichtssprache nicht Englisch ist. Das bereits erwähnte Motivationsschreiben schließlich dient als Indikator dafür, wie stark der Wille des Studenten tatsächlich ist, im Ausland zu studieren.

Der Aufwand für eine vollständige Bewerbung ist insgesamt als eher gering einzustufen. Doch wie sieht das Ergebnis aus? Wie wahrscheinlich ist es, dass eine der Präferenzen der Studenten bewilligt wird?

Jeder soll einen Platz bekommen

Insgesamt gilt: Es gibt beliebte und weniger beliebte Städte. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern etwa zählen Schweden und Großbritannien zu den Top-Favoriten, bei den Publizisten sind es Spanien und Frankreich – Großbritannien und Schweden stehen hier gar nicht zur Auswahl. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern haben sich in der Bewerberrunde für 2009/10 94 Studenten beworben. Schweden und Großbritannien wurden jeweils von etwa 40% der Bewerber als Erst-, Zweit- oder Drittwunsch angegeben. Bei elf Plätzen – acht in Schweden und drei in Großbritannien – kann sich jeder selbst die Wahrscheinlichkeit errechnen, hier einen Platz zu erhalten.

Ganz anders ist die Lage bei den weniger beliebten Plätzen. Bei den Publizisten etwa blieben drei der insgesamt 29 Plätze der Bewerberrunde 2009/10 sogar unbesetzt – darunter Breslau und Krakau. Auch bei den Wirtschaftswissenschaftlern sind noch immer Plätze vakant.

Die Zahl der Bewerber, die nach Abschluss des Bewerbungsverfahrens kein Stipendium bekommen haben, liegt in beiden Fachbereichen – Wirtschaft und Publizistik – im kleinen einstelligen Bereich. Bedenkt man, dass ein paar Plätze einfach unbesetzt bleiben, kristallisiert sich Folgendes klar heraus: Derjenige, der unbedingt im Ausland studieren möchte, hat die Möglichkeit, es auch zu tun. So kann auch ein Student, dessen Leistungen nicht sonderlich glänzen, ins Ausland gehen – vorausgesetzt, er verabschiedet sich vom starren Wunsch, unbedingt in eines der beliebteren Länder gehen zu wollen.

Stetige Ausweitung des Angebots

Weiterhin erfreulich sind die kontinuierlichen Erweiterungen im Programm: Die Erasmus-Büros bemühen sich intensiv um weitere Plätze an den beliebteren Orten. Den Wirtschaftswissenschaftlern etwa ist es gelungen, für 2010/11 eine neue Partneruni in Schweden zu gewinnen, die Publizisten sicherten für die gleiche Zeit zusätzliche Plätze im beliebten Valencia und Pamplona.

Also, nicht zögern, liebe Studenten, sondern bewerben!

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