Ein Kommentar von hegr.
Jeder weiß, dass die Stunde von JoGuStINe geschlagen hat. Ausnahmen gibt es keine. Jeder einzelne, ordentlich immatrikulierte studiosus der Gutenberg Universität muss in den nächsten Tagen in das neue Studieninformations Netz umziehen. Ein denkwürdiger Tag im Mainzer Studentenleben.
Zum einen bedeutet es die komplette digitale Verwaltung der studentischen Stammdaten. Zum anderen findet für den Studierenden seine Studienplanung zukünftig nur noch vor dem Bildschirm statt und die Tage des klassischen Studienbuches sind damit gezählt. Wenn sich in Zukunft das Browserfenster mit der Eingabemaske von JoGuStINe öffnet und mit der TAN-Liste to-go eine Prüfungsanmeldung bequem erledig werden kann, ist das persönliche Anmelden zu den Prüfungen in den Räumen des Dekanats eine Routine der Vergangenheit geworden.
Zugegeben, im Allgemeinen leben Studenten immer ein Stück weiter in der Zukunft als die breite Masse. Wo StudiCard, E-Klausuren und digitale Lehrbücher altbekannte Begriffe sind, überrascht die Implementierung des digitalen Zeitalters in alle Bereiche des studentischen Daseins somit kaum. Was vielen jedoch nicht bewusst ist, der Going Live von JoGuStINe läutet auch das digitale virtuelle Studium ein. Schon jetzt ist jeder Student nicht mehr als ein Datensatz hinter einer Matrikelnummer, gespeichert in Bits und Bytes. Die persönliche Anwesenheit des Studenten in den Hörsälen ist Dank Livestream auch von zu Hause aus möglich.
In der digitalen Universität von morgen stehen die Gebäude nur noch für die Rechentechnik. Die Immatrikulierten studieren via Breitband die digitalen Inhalte. Vielleicht ist es ein Hang zur Nostalgie, aber kommt in einer solchen digitalen Umgebung die klassische Diskussion zwischen Professor und Auditorium und zwischen Studierenden untereinander nicht zu kurz? Ist diese Auseinandersetzung nicht letztlich auch entscheidend für die Qualität der Ausbildung? Bleibt an dieser Stelle nur zu hoffen, dass die künftigen Studenten sich trotz digitaler Anonymität zur kritischen Reflektion von Angesicht zu Angesicht zusammenfinden, denn gerade das erweitert so manchem studiosus seinen Horizont.
