Am kommenden Samstag heißt es bei der Dichter-Schlacht im Staatstheater Mainz zum zweiten Mal ” Poetry Dead or Alive”. Neben vier lebenden Dichtern stehen vier Tote auf der Bühne. Literaten, denen vier Schauspieler des Staatstheaters Mainz Leben einhauchen.
Nachdem bei der letzten Veranstaltung die lebenden Dichter glorreich über die Toten siegten, fordern diese nun Revanche.

(Bild: staatstheater mainz)
Rückblick
Schon bei der ersten Veranstaltung am 25. Oktober 2008 waren die Reihen voll mit jungen Leuten. Ein seltener Anblick im Staatstheater. Die Karten waren schon einige Tage vorher ausverkauft. Vor den Einlasstüren spielten sich Szenen ab, die an ein Rockkonzert erinnerten: auf Pappschildern wurden noch einige Minuten vor Veranstaltungsbeginn nach Karten gebettelt.
Bei diesem Late Night Special im Kleinen Haus des Staatstheaters fand auch kein Theater statt, sondern eine Dichter- Schlacht. In den Hauptrollen: Worte, Worte, Worte. Schauspieler aus dem Ensemble verliehen toten Dichtern ihren Körper und ihre Stimme um diese wieder zum Leben zu erwecken. In einem Showdown traten große Klassiker der Literaturgeschichte (Ernst Jandl, Franz Kafka und Francois Villon) gegen Stars der Poetry Slam Szene an um ihre Ehre zu verteidigen.
Dabei galten die Regeln des klassischen Poetry Slams: jedem Dichter blieben nur sieben Minuten. Allein das Publikum entschied dabei über Sieg und Niederlage.
Was ist ein Poetry Slam?
Ein Poetry Slam ist ein literarischer Vortragswettbewerb, in dem selbstgeschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit einem Publikum vorgetragen werden. Bewertet werden sowohl Inhalt als auch die Art des Vortrags. Die einzelnen Teilnehmer stehen bei einem Slam untereinander im Wettbewerb.
Meistens werden die Vorträge von einer fünfköpfigen Jury, die aus dem Publikum zusammengestellt wird, auf einer Notenskala von eins bis zehn bewertet. Grundidee des Poetry Slams ist es, die Texte zu performen (z.B schreien, flüstern) und nicht nur zu lesen.
Ein Poetry Slam ist eine offene Veranstaltung. Es steht grundsätzlich jedem offen an dem Dichterwettstreit teilzunehmen.
Slam im Kuz
Seit Januar 2008 wird in Mainz ein monatlicher Poetry Slam im Kuz veranstaltet.
Organisiert und moderiert wird es von Ken Yamamoto und Jens Jekewitz.
Das Poetry Slam Mainz wird unterstützt durch das Kuz, die Lomo Buchbar und das LiteraturBüro Mainz e.V.
Durchschnittlich nehmen am Slam 350 Zuschauer teil und ist somit die größte, regelmäßig stattfindende Literaturveranstaltung der Stadt.
Die Revanche
Am 17. Januar steht also nun die Revanche an. Wer gewinnt diesmal? Dead or alive? Karten gibt es im Vorverkauf leider nicht mehr, aber LeOn ist exklusiv dabei und wird von dieser glorreichen Schlacht berichten. Für die toten Dichter treten diesmal an: Stefan Graf, Lorenz Klee, Felix Mühlem und Stefan Walz. Die Lebenden werden u.a vertreten von Sebastian23 und Lydia Daher. Sebastian23 ist frisch zum National Slam Champion 2008 gekürt worden. Die erfolgreiche Spoken Word Poetin und Musikerin Lydia Daher gewann zuletzt den Augsburger Kunstförderpreis.
Einlass ist um 20 Uhr 30. Und dann heißt es: 100 Prozent Wortsport. Acht Poeten. Sieben Minuten. Ein Mikrofon.
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