Die STUZ gehört zur Uni Mainz wie die Mainzelmännchen zur gleichnamigen Stadt. Auf dem Campus hat das Magazin eine nahezu monopolartige Stellung. Will man wissen, was die Studenten in Mainz bewegt, ein Blick in die STUZ verrät es. Seit der ersten Ausgabe im Jahr 1998 hat sich einiges getan. Ein moderneres Format, eine höhere Auflage, aber auch eine steilere Hierarchie und eine zunehmende Kommerzialisierung prägen die Entwicklungsgeschichte des Magazins.
Die STUZ erschien erstmals im Februar 1998, damals noch unter dem Namen Studentenzeitung. Entstanden als Gegenbewegung zur Unipress, der Zeitschrift des Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA), betrug die Startauflage gerade einmal 7.500 Stück. Wegen eines Streits über die redaktionelle Ausrichtung und die Einflussnahme des AStA auf die Redaktion, verließen viele Redakteure die Unipress. Gemeinsam widmeten sie sich einem neuen Projekt: Die STUZ war geboren.
„Informativ, aktuell und unabhängig“ lautete das Leitmotto der ersten Ausgabe. Die neue Redaktion wollte nicht mehr meinungsbildend sein, sondern unabhängig berichten. Von Anfang an war die STUZ rein werbefinanziert, um eine einseitige finanzielle Abhängigkeit zu verhindern.
Von der Studentenzeitung zur STUZ
Das Format der ersten Ausgabe lässt die Herkunft der Studentenzeitung noch deutlich erkennen. Erst seit 2001 erscheint die STUZ als Magazin. Bei der Themenauswahl stand 1998 noch klar der Campus im Mittelpunkt. Zehn Jahre später nehmen Inhalte aus Stadt und Umgebung einen immer wichtigeren Teil der Berichterstattung ein. Deutlich wird dies auch an dem neuen Slogan „STUZ: Stadt/ Land/ Campus“.
Einige inhaltliche Elemente der heutigen STUZ zeigten sich bereits in der ersten Ausgabe. So nahm der Terminkalender schon 1998 einen großen Teil der Zeitung ein. Auch die Rubrik „Der letzte Schrei“, mit aktuellen Kleinanzeigen, zieht sich durch zehn Jahre Redaktionsgeschichte.
Magazin, Termine, Kultur
Heute gliedert sich das Heft in drei Bereiche: Magazin, Termine und Kultur. Viele bunte Bilder und modernes Layout prägen den Stil der STUZ. Das Konzept ist erfolgreich. Die Auflage liegt aktuell bei 30.000 Exemplaren, die an der Uni und in der Umgebung verteilt werden. Bei der Distribution arbeitet die Redaktion mit externen Partnern zusammen. Finanziert wird das Magazin nach wie vor fast ausschließlich über Anzeigen. Nur Veranstaltungen wie die Studinacht oder das STUZ Bandevent sorgen zusätzlich für Einnahmen. Ziel der Arbeit sei es nicht, Gewinne zu machen, sagt Charlotte Pissors, Leiterin des Ressorts Wissenschaft. Daher sei man keinem hohen wirtschaftlichen Druck ausgesetzt.
Die Lehrredaktion
Finanziert werden müssen neben dem Druck aber auch die Kosten für Büroräume und die wenigen Festen Freien, die für die STUZ arbeiten. Zum Großteil besteht die Redaktion aus Studenten, die sich ehrenamtlich engagieren. Sie können bei der STUZ journalistische Erfahrung und erste Textproben sammeln. „Wir sind eine Lehrredaktion“, beschreibt Ingo Bartsch, Leiter des Magazins, das Konzept. Der 27-jährige ist bereits seit vier Jahren bei der STUZ und gehört zu den Festen Freien. Für die eigenen Redakteure und alle Interessierten bieten die STUZ-Mitarbeiter auch Schreibwerkstätten an.
Je nach Fähigkeiten und Interessen kann sich jeder einbringen: Ob beim Schreiben für eines der vielfältigen Ressorts, als Fotograf oder Layouter – verschiedenste Talente sind gefragt. „Toll ist, dass man hier seine eigenen Ideen verwirklichen kann“, beschreibt Julia Durstewitz ihre Motivation. Die 22-jährige Studentin leitet das Ressort Reisen. In der offenen Redaktionssitzung jeden Dienstag um 20 Uhr können Interessierte einfach vorbei kommen. Treffpunkt sind die Redaktionsräume in der Binger Straße.
„Für die Zielgruppe aus der Zielgruppe“
Mit acht Redakteuren startete die Studentenzeitung 1998. An der Dezember Ausgabe 2008 waren 38 Mitarbeiter beteiligt. Mit dem Wachstum wurde auch die Arbeit immer professioneller. „Die Hierarchie war schon mal flacher“, gibt Ingo zu bedenken. Früher habe es oft endlose Diskussionen gegeben, dies versuche man heute zu vermeiden. Trotz allem gebe es in der Redaktion nach wie vor viele Freiheiten, betont Julia. „Wir sind das Medium für die Zielgruppe aus der Zielgruppe“, erklärt Ingo, „das ist das Besondere an der STUZ“.
Schlagworte: Studentenmagazin, Studentenzeitung, STUZ, Universität Mainz
November 27, 2008 um 12:19 |
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