Nachdem die fünf jungen Musiker eifrig an neuen Songs gearbeitet haben, gaben sie am vergangenen Dienstag ein spontanes und kurzfristig geplantes Konzert im Red-Cat-Club in Mainz. Die Studenten durften sich freuen, der Eintritt war umsonst.
Obwohl es nicht groß angekündigt wurde, versammelte sich bereits um 20 Uhr eine beachtliche Menge im kleinen, gemütlichen Kellerclub. Informationen über das Konzert hatte man nur über die offizielle Homepage der Jungs erhalten oder durch persönliche Einladungen per StudiVZ.
Beginn war offiziell um 21 Uhr, die Band ließ sich dann doch noch etwas länger Zeit, bevor sie nach Soundcheck und Pressefotos richtig loslegten.
Die Band stellt sich vor
Die Musikrichtung der fünf Musiker liegt nach eigenen Angaben irgendwo zwischen Michael Jackson und den Smashing Pumpkins. Zwischen Bach, Snoop Dogg und Miles Davis.
Auf ihrer Website beschreiben sie ihre Musik als „ adrenalingeladener, greller Pop, der durch die Ohren direkt in die Füsse geht. Alle Regler auf Zwölf, Popmusik am Limit, Ben*jammin live oder auf Scheibe bedeutet Rasen auf der Überholspur ohne Speedlimit.“
Ben*jammin bestehen aus fünf Mitgliedern, namentlich Ben Hansen (Gesang), David Kirchner (Guitar), Marc Jullien (Bass), Daniel Agena (Elektronik) und Florian Schlechtriemen (Drums). Das Quintett wurde 2005 gegründet und die Jungs haben seitdem schon einige Preise abgeräumt und ihr erstes Album veröffentlicht. Ihre durchweg deutschen Texte sind vielschichtig, sie handeln von zwischenmenschlichen Problemen, Lust und Gefahren. Von Mut, Loslassen und Abheben.
Die Katze rockt
Die Heterogenität ihres Stils spiegelte sich dann auch im Publikum wieder. Nicht nur die Dreadlocks flogen durch die Lüfte, sogar der BWL-Student tanzte an diesem Abend ausgelassen zur Musik. Das Quintett brachte mit seiner adrenalingeladenen Rockmusik Power und Energie auf die Bühne. Keiner saß mehr, vom leichten Headbanging bis zum extatischen Tanz war alles dabei. Da prosteten sich Haarkranz und wilde Lockenmähne zu, die Musik war die gemeinsame Basis im kleinen Wohnzimmer des Clubs.
Der Rahmen des Konzerts war passend gewählt, der Red Cat-Club ist eine Mischung aus Lounge, Cocktailbar und Club. Die Preise sind Bafögfreundlich, bis 21 Uhr gibt es Cocktails für 4,50 Euro.
Nach knapp zwei Stunden verhallte der letzte Schrei vom Leadsänger Ben. Die Luft im Raum war verbraucht, verschwitzte Körper drängten sich nach draußen an die frische Luft. Länger durfte die Band nicht spielen, über dem Clubraum saß der genervte Nachbar, dem die Musik zu laut wurde. Hätten die Jungs nicht die Hälfte ihrer eingenommenen Gage an diesen abgedrückt, wäre dieser Abend gar nicht erst zu Stande gekommen. Nicht jedem gefällt laute Rockmusik, vor allem nicht nachts unter der Woche.
Derweil sich die Bandmitglieder ein Bier an der Bar gönnten, die im 70Jahre Retro-Style gehalten ist, baute DJ Rick Dangerous sein Setting auf. Wer noch genügend Energie übrig hatte, tanzte zu seinen Beats auf der Tanzfläche, andere saßen schon erschöpft auf den roten Samtsofas und dachten mit schlechtem Gewissen an ihre morgige 8 Uhr-Vorlesung. Doch den erhitzten Gesichtern merkte man an: es hatte sich gelohnt. An diesem Abend galt das Motto: work hard, party harder.
