Jedes Jahr im Juni findet in Mainz das Johannisfest statt. Als eines der größten Mainzer Feste lockt es wie immer auch viele Besucher von außerhalb in die Landeshauptstadt. Mit einer kleinen Gruppe von langjährigen Freunden wagte ich mich ebenfalls auf das Festgelände.
Das alljährliche Johannisfest war auch in diesem Jahr wieder ein lang ersehntes Datum im Mainzer Stadtkalender. Als Mainzerin wollte ich mir dieses Ereignis nicht entgehen lassen und so war der altbewährte Treff am Bahnhof wie jedes Jahr, so auch in diesem, der Ausgangspunkt unserer üblichen Tour über den Markt.
Mit vielen anderen Besuchern des Johannisfestes, alt und jung, wurden wir am Schillerplatz mit dem kleinen aber feinen Büchermarkt begrüßt. Dies sollte die erste Station unserer noch langen Tour durch die Stadt werden. Von CD´s, über Platten, alten und sehr alten Büchern, war im Laufe der Jahre für fast jeden Geschmack etwas dabei. Die lauten Klänge von der schräg gegenüber liegenden Bühne am Fastnachtsbrunnen nehmen zugegebener Maßen was von der romantischen Atmosphäre, lassen jedoch umso mehr das Gefühl eines Stadtfestes aufleben.
Kulinarische Genüsse und eine frische Brise
Auf der Ludwigstraße, die die Mainzer liebevoll „Lu“ nennen, fühlen wir uns vor allem kulinarisch versorgt. Vorbei an Crepe-Ständen, Würstchenbuden, Erdbeerbowle und Schwenkgrill, bleibt fast kein Wunsch offen. Unsere Devise heißt allerdings: Erst alles anschauen und dann genießen. Es will sich ja schließlich niemand gleich zu Anfang den Magen verderben.
Unser Weg führt uns weiter über Marktplatz und Fischtorplatz geradewegs zum Rheinufer. Hier finden wir eine große Anzahl von Fahrgeschäften, „süße Buden“ und das Riesenrad. Auf dem diesjährigen Johannesfest war es wohl eine der größten Attraktionen. Obwohl wir noch nicht sehr lange auf dem Johannesfest waren, entschlossen wir uns kurzerhand für eine Fahrt auf dem Rad. Belohnt wurden wir mit einem wunderbaren Blick über die Stadt. Die Hitze zwischen den Buden wurde durch eine frische Brise abgelöst.
Das gute Ende eines schönen Tages
Das Johannisfest war, so schien es uns schon nach einigen Stunden doch immer wieder dasselbe. Etwas Neues hatte dort niemand zu erwarten. Eine kleine Verschnaufpause ließ uns an jene Zeiten zu denken, als das Johannesfest noch zum Highlight des Jahres gehörte. Vielleicht war es der Überdruss an Mainzer Stadtfesten oder die Lageweile, die sich im Laufe der Jahre aufgebaut hatte. Doch letzten Endes löste bei allen eines ein noch schlimmeres Gefühl aus: nämlich die Vorstellung, gar nicht dabei gewesen zu sein. So blieb uns am Ende des Tages nur ein Fazit: Schön war´s.


