Zurück in den Alltag

By Annelie

Jetzt ist sie vorbei – die Zeit der Europameisterschaft 2008. 23 Tage voller Höhen und Tiefen, voller Zittern und Jubeln. Die Leinwände werden abgebaut, die Fahnen aus den Fenstern entfernt und langsam geht wieder alles seinen gewohnten Gang.

Anfangs standen Zweifel – Kann das deutsche Team gegen die europäischen Topnationen bestehen? Erreicht Klose seine Turnierform? Wird man diesmal über die Vorrunde hinauskommen? Man erhoffte sich eine ähnliche Euphorie wie vor zwei Jahren bei der Weltmeisterschaft.
Der 2:0-Sieg im Auftaktspiel gegen Polen sorgte für Jubelstürme. Alle waren sich sicher: Diesmal würde es besser laufen als bei der letzten Europameisterschaft! Man freute sich auf eine Zeit mit Public Viewing und Autokorso. Nach dem Spiel gegen Kroatien, das die deutsche Elf mit 1:2 verlor, sank die Stimmung bei den Fans auf den Tiefpunkt: Hatte sich die Mannschaft unbewusst auf dem Sieg ausgeruht? Würde man nun doch in der Vorrunde ausscheiden?

Flick im Rampenlicht

Rund 26 Millionen Zuschauer fieberten während des letzten Gruppenspiels gegen Österreich vor den Bildschirmen mit. Jogis Jungs zogen mit einem 1:0- Sieg ins Viertelfinale ein und sorgten so für Freudenschreie.
Geschrei gab es auch im Bezug auf den Schiedsrichter: Er verbannte die Trainer Löw und Hickersberger aufgrund mehrmaligen Verlassens der Coachingzone auf die Tribüne. Die Disziplinarkomission der UEFA entschied: Sperre des Trainers auch für das kommende Spiel! Und so stand Hansi Flick beim Match gegen Portugal ganz alleine am Spielfeldrand. Mit drei Toren schoss sich die deutsche Elf ins Halbfinale und in die Herzen der Fans.

Sechs Tage später kam es zum Spiel gegen die türkische Nationalelf. In Vorhinein wurde vor massiven Ausschreitungen gewarnt, die jedoch bis auf einige Ausnahmen ausblieben. In den meisten Städten feierten die Anhänger beider Teams friedlich miteinander. Die deutschen Fans zitterten: Einerseits aufgrund der dramatischen Schlussminuten, andererseits wegen technischer Probleme – zwischenzeitlich gab es weder Bild noch Ton. Trotz einer suboptimalen Leistung, konnte Jogis Elf das Spiel nach einem Rückstand drehen und gewann mit 3:2. Fans, Trainer und Mannschaft jubelten. Dann der Schock: Ballacks Wade machte Probleme. Würde der Kapitän im Finale spielen können?

Finaaaleee

Am Final-Sonntag drängten die Fans bereits vier Stunden vor Anpfiff zu den Public Viewing-Plätzen und diskutierten über möglichen Ersatz für den „Capitano“. Rund sechzig Minuten vor dem Spiel gegen Spanien dann die erlösenden Worte durch Oliver Bierhoff: Ballack wird spielen!

Das EM-Finale begann vielversprechend. Eine starke deutsche Mannschaft dominierte die ersten zehn Minuten das Geschehen. Doch dann kam langsam aber stetig die Wende: Fehlpässe und verpasste Chancen führten zu Unsicherheit bei der deutschen Elf und einem Aufleben der spanischen Mannschaft. In der 33. Minute dann der Schock: Torres traf zum 1:0. Das deutsche Team schaffte es in der ersten Halbzeit nicht mehr, ins Spiel zu finden. Nach der Pause musste Lahm raus – Fleischwunde am Fuß – und Löw setzte auf Offensivspieler. Ab der 60. Minute kam Jogis Elf nach einer Torchance von Ballack kurz zurück, schaffte es jedoch nicht, die Spanier zu bezwingen. Die letzten Minuten waren geprägt von Daumendrücken und kollektivem Atemanhalten. Am Ende jedoch half alles nichts: Deutschland verlor das Finale und wurde Zweiter. Was blieb, waren geknickte Fans und gemischte Gefühle.

Enttäuschung und Freude gehen die Tage Hand in Hand: Enttäuschung darüber, dass es nicht ganz zum Titel gereicht hat und die Freude überhaupt so weit gekommen zu sein. Deutschland hat den zweiten Platz belegt und eine Zeit voller Emotionen ist zu Ende. Fahnen, Trikots und Tröten werden in den Schrank verbannt. Der Alltag ohne Fußball, Fernsehanalysen und Fangesänge zieht wieder ein. Aber nur bis zum 15. August: Dann startet die neue Bundesligasaison!

5 Antworten zu „Zurück in den Alltag“

  1. Lenny Lennard sagt:

    Wer so schlecht und darüber hinaus emotions- und kampflos spielt hat den Titel nicht verdient. Die Kartenstatistik im Finale sagt schon fast alles.. Gelb für Ballack durch Meckerei und nen dummes Foul von Kuranyi (wieso er den mitgenommen – und vor allem später noch einwechselte – ist mir bis heute ein rätsel..). Wieso hat keiner der Führungsspieler versucht den Rest der Mannschaft aufzuwecken? Als ob es so schwer wäre mal jmd. richtig umzuhufen, aber nee.. nicht mal das.. traurig traurig

    Für mich war das nen lustloser, satter und müder Haufen. Allein der 12te Mann war reif für den Titel, bei dem hätte sich der ein oder andere Spieler mal was abguggn können..

  2. Annelie sagt:

    Stimmt, das Finale war wirklich be***. Aber da wollte ich im Artikel nicht drauf rumhacken – hätte mich nur aggressiv gemacht.. sorry, wenn ich bei dir auch wieder wunden aufgerissen habe..

  3. Lenny Lennard sagt:

    Och, eiglt. hat’s keine Wunden aufgerissen, viel mehr freu ich mich auf den Rundenbeginn der Bauernklasse, woho!

  4. Annelie sagt:

    *seufz* verreiß halt meinen schönen artikel.. ;)

  5. Lenny Lennard sagt:

    hö?

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