Der Juni 2008 ist spürbar mit der Europameisterschaft verbunden. Die Fußball-Euphorie ist deutlich zu sehen. Aber außer Fußball gibt es auch die Theaterbiennale des Staatstheaters Wiesbaden in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Mainz. Unter dem Namen „Neue Stücke aus Europa“ (New Plays from Europe) findet im Zeitraum vom 12. bis 22. Juni schon zum dritten Mal ein Spiel, aber diesmal nicht im Stadion, sondern auf den Bühnen der beiden gastgebenden Theater statt.
Die Mitglieder der künstlerischen Leitung, vor allem Manfred Beilharz, Tankred Dorst, Ursula Ehler und Markus Bothe, haben zusammen mit ihren Mitarbeitern, nach Empfehlung etablierter Autoren, auf Reisen durch Europa die Theaterstücke ausgesucht und sie zum diesjährigen Festival eingeladen. Dieses Jahr sind es 29 Stücke aus 24 Ländern. Die Stücke werden in ihren originalen Sprachen mit deutscher Simultanübersetzung gezeigt. Um Informationen über ein Stück oder über den Hintergrund dessen Entstehung zu erhalten, findet vor jeder Vorstellung eine kurze Einführung statt.
Es werden die Stücke von vielen bekannten Regisseuren vorgeführt. Jedoch ist es für viele der Autoren auch ein Debüt auf internationaler Bühne. Wichtig ist hier auch die Tatsache, dass die Autoren Kontakt zum Publikum, beziehungsweise dessen Feedbeck bekommen. Die Theaterbiennale bietet die Möglichkeit Kontakt mit den Autoren aufzunehmen. Nach jeder Vorführung hat man die Chance mit den Schauspielern, Regiseuren und Autoren ins Gespräch zu kommen. Dieser Gelegenheit nutzt das Publikum, um Fragen zu stellen, Unklarheiten zu beseitigen oder ihre Neugier zu befriedigen.
Außerdem bieten die Veranstalter des „Neue Stücke aus Europa“ viele zusätzlichen, begleitende Veranstaltungen zu der Theaterbienalle an. Gemeint sind hier Symposien und Workshops. Im Zeitraum vom 12. bis 22. Juni werden Diskussionen und Vorträge geführt. Selbstverständlich soll die Bienalle eine große Feier sein. Dafür werden jeden Abend Partys mit Konzerten organisiert, damit sich die Autoren untereinander und auch das Publikum in einer ungezwungenen Umgebung durch spontane, lockere Unterhaltung kennenlernen können. Aber das ganze Festival ist auch eine gute Gelegenheit den Menschen zu zeigen, dass die Kulturen, der verschiedenen Länder sehr interessant sind und man über Kunst die Mentalität der Nationen kennenlernen kann. Vielleicht ist das gerade diese Chance den Menschen zu zeigen, wie wichtig es ist nicht nur nach vorgefertigten Kriterien zu beurteilen.