ein Kommentar von Janek Rauhe
Wenn man einen Beweis für Politikverdrossenheit haben will, dann muss man nur auf die Vollversammlung der Verfassten Studierendenschaft gehen. Schnell stellt man fest, dass man ziemlich alleine ist. Kein Student interessiert sich für den AStA. Keiner geht hin.
Eine vertane Chance! Wir haben als Studenten die Möglichkeit uns in die Unigremien einzubringen, selbst für bessere Studienbedingungen zu sorgen, unser Lernumfeld selbst zu gestalten. Und wie reagieren die meisten auf diese Möglichkeit? Mit Desinteresse!
Das stimmt umso trauriger, als dass unsere Kommilitonen in Bayern und Baden-Württemberg neidisch auf unser System blicken. Dort gibt es keine studentische Selbstverwaltung. Die Unileitungen können entscheiden, was sie wollen ohne die Interessen der Studis zu berücksichtigen. Wir in Rheinland-Pfalz haben es besser. Bei uns ist der engagierte Student nicht verpönt. Bei uns ist die studentische Selbstverwaltung per Gesetz erlaubt und sogar erwünscht.
Doch wir machen kaum was daraus. Wir lassen das extreme Potential, das in der Selbstverwaltung liegt, verpuffen. Nicht weil unser AStA oder StuPa schlecht arbeitet – im Gegenteil, trotz mieser Wahlbeteiligung (bei der letzten Wahl fast 10 Prozent) lassen sich die AStA-Vertreter nicht von ihrem Kurs abbringen. Sie organisieren für uns das Studiticket, sie begleiten die Umstellung auf Bachelor und Master kritisch und gegeben Tipps, sie finanzieren sogar unsere Partys – denn die Fachschaftsfeten zahlt immer noch der AStA.
Nein, wir lassen das Potential verpuffen, weil wir nicht zeigen, dass wir hinter der Verfassten Studierendenschaft stehen. Ein Zeichen wäre auf die Vollversammlung oder bei der nächsten StuPa-Wahl wählen zu gehen! Nicht jeder merkt vielleicht die Vorteile, die aus der Selbstverwaltung erwachsen, aber wenn man plötzlich kein Studiticket, keine Feten auf dem Campus oder keine Fachschaften mehr hätte, wäre der Aufschrei groß. Deshalb: Nutzt eure Stimmen in der Verfassten Studierendenschaft. Wie hat eine Kampagne des Bundesamt für politische Bildung einmal richtig festgestellt: Ohne Stimme hört dich keiner!
Schlagworte: AStA, Politikverdrossenheit, Vollversammlung