von Stephan Benz
Die dritte Woche dreht sich ganz um die Sportart Unterwasserrugby (UWR). Seit den 1960er Jahren kämpfen 12 Spieler, mit ABC-Ausrüstung ausgestattet, 30 Minuten lang unter der Wasseroberfläche um Körbe.
Und wer hat’s erfunden? Nicht die Schweizer!
Ein Deutscher, Ludwig von Bersuda, erfand 1961 eine dem Unterwasser- Volleyball ähnliche Spielform. 1964 fand schließlich eine davon modifizierte Form, ein Unterwasserrugbyspiel, zwischen der DLRG Mühlheim und der DUC Duisburg statt. Von da an ging es mit dem UWR steil aufwärts. Bereits sechs Jahre später folgte die erste offizielle Gesamtdeutsche UWR-Meisterschaft. In der Folge mutierte die Sportart 1973 zum Exportschlager – gipfelnd mit der Europameisterschaft 1978 und der ersten Weltmeisterschaft in Mülheim 1980.
Wie spielt man Unterwasserrugby?
Das Spiel ist leicht erklärt. Jede Mannschaft besteht aus elf Spielern von denen sich sechs im Wasser befinden. Die restlichen Auswechselspieler bewachen die Ersatzbank und können im fliegenden Wechsel eingesetzt werden.
Ziel ist es, einen mit Salzwasser gefüllten Ball in den vom Torwart bewachten Stahlkorb der gegnerischen Mannschaft zu befördern. Das ist einfacher gesagt, als getan. „Die Gegner kommen von allen Seiten und man muss taktisch geschickt agieren. Muskelkraft allein reicht da nicht aus, viel wichtiger ist ein guter Überblick und etwas Geschick“, sagt Jennifer, Obfrau des AHS-Kurs Unterwasserrugby der Uni Mainz. „Das ist der Punkt, warum UWR auch für Frauen interessant ist“, sagt sie weiter. Jennifer ist eine von vielen begeisterten Frauen, die aktiv in einer augenscheinlich männerdominierten Sportart – wir reden hier immerhin vom Rugby – teilnimmt. In kaum einer anderen Sportart kann man sich „in allen drei Dimensionen bewegen“.
Wer kann teilnehmen?
Teilnehmen kann im Grunde jeder, Voraussetzungen gibt es fast keine. Oder doch? „Na ja, schwimmen sollte man können“ sagt Jennifer, „das ist alles“. Ist diese Hürde genommen, braucht man nur noch eine ABC-Ausrüstung (Taucherbrille, Schnorchel, Flossen) und eine(n) Badehose/anzug.

Der Olympische Gedanke zählt
Einmal im Team, warten, neben wöchentlichen Trainingseinheiten, jährlich zwei bundesweite Wettkämpfe auf den Sportler. Abgesehen vom 23. Bundesoffenen Turnier der Hochschulen im Unterwasserrugby (BOT) am 14 und 15. Juni in Göttingen – das übrigens zum ersten Mal 1986 in Mainz stattfand – richtet die Mainzer AHS-Gruppe in unregelmäßigen Abständen ein Nikolaus-Turnier aus. Große Chancen rechnet sich die Mainzer Truppe jedoch nicht aus, vielmehr steht der Spaßfaktor im Vordergrund. „Unsere Chancen stehen eher schlecht. Wir sind ein sehr junges Team aus vielen unerfahrenen Spielern. Bei uns zählt hauptsächlich der olympische Gedanke und die Hoffnung, dabei viele Erfahrungen sammeln zu können.“
Wer also auf der Suche nach etwas Neuem ist, sollte sich nicht scheuen und dienstags um 17:45 Uhr im Bad (siehe AHS-Flyer) vorbeischauen!
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