Das Studiticket – Eine Liebeserklärung

By bonny2punkt0

Für alle, die ihr Studiticket lieben, so wie es ist.

Ich falle um 9 Uhr aus dem Bett, streife im Vorbeigehen das Bad und bin fünf Minuten später mit der ersten Tasse Kaffee an der nächsten Bushaltestelle. Linie 58 sei dank versacke ich eine Viertelstunde lang auf einem Sitz gleich neben einem anderen Studierenden, der in etwa so übernächtigt aussieht wie ich mich fühle, und kippe die warme braune Brühe in mich rein. Dass ich stattdessen nicht 40 Minuten lang zur Uni laufen muss, verdanke ich einem kleinen Papierfetzen „praktisch in Scheckkartengröße“, der ziemlich abgewetzt, zerknickt und schon ganz schön beschädigt tagtäglich in meiner Hosentasche steckt. Dieses kleine Ding – ich würde es zu gerne laminieren, damit es wenigstens einmal bis zum Semesterende hält – rettet mich Morgen für Morgen vor den unendlichen Qualen der Bewegung in der akuten Nachschlafphase und Nacht für Nacht vor dem trostlosen Weg allein durch die Neustadt.I love my \

Wehe dem, der meinen Papierfetzen ein teures unnötiges Ding schimpft! Teuer ist, jeden Tag eine Fahrkarte zu lösen oder literweise Sprit tanken zu müssen. Unnötig ist, sein Geld für die fünf Becher Kaffee im ReWi (Haus Recht und Wirtschaft) auszugeben, die man auch aus dem Pulver im heimischen Vorratsschrank kochen könnte. Tatsächlich ist es mit diesem Ding so: Vor- und Nachteile des Tickets halten sich nicht nur die Waage, nein, die Vorteile liegen klar auf der Hand: Insgesamt lassen sich durch das Zettelchen knapp 75% des Fahrpreises einsparen, es minimiert überfüllte Parkplätze auf dem Campus (liebe Autofahrer, ihr habt also auch etwas davon!), es schont die Umwelt und – dank Ticket und zumindest am Wochenende humaner Bus- und Bahnfahrpläne kommt auch der betrunkenste Studi sicher nach Hause. Vorausgesetzt er weiß, wann er aussteigen muss und schläft auf der Fahrt nicht ein.

Tatsache ist, dass nicht nur ich, sondern ein Großteil aller Studierenden ihren scheckkartengroßen Papierfetzen ziemlich gerne haben. Und wem die Solidarität als Grund für die Zahlung des Beitrags nicht reicht, sollte sich einmal Gedanken darüber machen, wem das Studiticket alles zu Gute kommt. Sich selbst wird er unter den Glücklichen bestimmt auch finden…

Eine Antwort schreiben