von Stephan Benz
Im Juni ist es wieder soweit, zum fünften Mal findet das Festival contre le racisme statt. Studierende erhalten innerhalb der Aktionswoche die Möglichkeit, sich bei Informationsveranstaltungen, Ausstellungen oder Kulturveranstaltungen über Themen wie Rassismus, Antisemitismus und viele weitere informieren und anschließend diskutieren zu können.
Soweit, so gut, das größte Problem an Aufklärungsveranstaltungen allgemein, also auch beim Festival contre le racisme, ist es jedoch, die erwünschte Zielgruppe zu erreichen. Klar, erreicht werden soll ein jeder, doch gilt es besonders die „Problem“-Gruppe aufzuklären. Aber wer besucht letzten Endes ein solches Festival? Fast ausnahmslos sind es Menschen, die bereits ein bestehendes Interesse am Thema haben oder auf irgendeine Art und Weise involviert sind. Und da tritt auch schon das wahre Problem an den Tag: Wie soll man jemanden aufklären, der gar nicht aufgeklärt werden will? Wer etwas nicht sehen will, der schaut einfach weg, so einfach ist das. Simple, vorgegebene Meinungen werden ungekaut geschluckt und übernommen. Schließlich ist das viel einfacherer, als ein Thema von zwei Seiten zu beleuchten. Wozu auch? Der Weg des geringsten Widerstands ist doch der bequemste. Und dennoch, betrachtet man den Wahlkampf der CDU in Hessen, wird deutlich, dass der Gipfel der Perversion noch nicht erklommen ist. Wenn sich neben vereinzelten Medien nun auch noch die Politik einmischt, kann man nur hoffen, dass einer solchen Polarisierung noch viele weitere Festivals entgegengesetzt werden.
Die Devise ist klar: Der Grad der Aufmerksamkeit muss gesteigert werden und, zwar in allen Bereichen. Ich finde es schade, dass sich das Festival contre le racisme im Grunde nur an Studierende richtet. Wesentlich förderlicher wäre es, die Veranstaltung der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nur durch breit gefächerte Aufklärung aller Bildungsschichten kann Interesse geweckt, gefördert und Prävention betrieben werden.
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