von Janek Rauhe
An der Uni Mainz wird französisch, englisch, spanisch, chinesisch oder türkisch gesprochen – aber nicht nur in den Sprachkursen, sondern auch in den Vorlesungssälen, auf dem Campus oder in den Bibliotheken. Knapp 5.000 ausländische Studierende sind in Mainz eingeschrieben. Nach Angaben der Uni sind das 15 Prozent aller Studierenden. Das ist in Deutschland der größte Anteil an ausländischen Studierenden. Bei Problemen oder anderen Fragen haben sie einen wichtigen Ansprechpartner: das autonome AusländerInnen Referat im AStA.
„Eine wichtige Aufgabe von unserem Referat ist die praktische Unterstützung der ausländischen Studierenden“, meint Kamelia Ruskova, 24. Sie stammt aus Bulgarien und ist seit zwei Semestern Referentin. Das Referat hilft beispielsweise bei Fragen zum Visa-, Arbeits- oder Aufenthaltsrecht. Kamelia stellt immer wieder fest, dass hauptsächlich Nicht-Erasmus-Studierende die Angebote des AusländerInnenreferat wahrnehmen: „Die Erasmus-Studenten werden gut unterstützt. Sie bekommen eine klare und gute Beratung. Die anderen ausländischen Studierenden stehen aber oft alleine da. Dann helfen wir!“ Ein Grund für das Referat eine Erstitour für ausländische Studierende anzubieten. Die Neuen bekommen so alles Wichtige erklärt: „Wir zeigen den Erstis den Campus, das ZDV und sagen, worauf gerade Neue achten müssen“, erzählt Kamelia. Die insgesamt drei Referenten erzählen den Neuankömmlingen auch von den wichtigsten Partys, Bars und Clubs in Mainz. Schließlich soll der Spaß nicht zu kurz kommen.
Deshalb organisieren Tarik, Irina und Kamelia auch Partys und Feste für ausländische Studierende auf dem Campus. In Kooperation mit der Uni und anderen Hochschulgruppen veranstaltet das Referat zum Beispiel das „Interkulturelle Fest 2008″ (www.interkulturelles-fest.de). Dort präsentieren 20 Nationen ihre Musik, ihre Speisen und Getränke.
Das Referat ist aber auch für politische und ernstere Aufgaben zuständig: „Wir versuchen zum Beispiel die täglichen Hürden im Uni-Alltag für die ausländischen Studierenden abzuschaffen. Dafür arbeiten wir in verschieden Uni-Gremien aktiv mit und bekommen auch Unterstützung vom politischen AStA“, erklärt Kamelia. Auch bei Fällen von Diskriminierung mischt sich das autonome AusländerInnenreferat ein. Und Diskriminierung kommt immer wieder an der Uni vor: „Wir haben öfter Studierende, die sich diskriminiert fühlen – von Dozenten, Professoren oder Kommilitonen“, so Kamelia. Meist wollen Dozenten ausländische Studierende nicht in ihre Seminare aufnehmen, weil die Dozenten glauben, die Studierenden würden den sprachlichen Anforderungen nicht genügen. Trotzdem: Ingesamt gebe es laut Kamelia wenig Diskriminierung.
Die AusländerInnenreferenten werden nur von den ausländischen Studierenden gewählt und verfügen über einen unabhängigen Etat. Deshalb gehört das AusländerInnenreferat neben dem Schwulen-, den Frauen-, dem Behindertenreferat und dem Zentralen Fachschaften Rat (ZeFar) zu den autonomen Referaten im AStA.
Lesen Sie nächste Woche:
Der Zentrale Fachschaften Rat (ZeFar) und Die politischen Referat des AStA
Schlagworte: Ausländer, AusländerInnenreferat, autonome Referate