Interview über den Sportkurs “Kendo”
Interviewt wurde dazu Mathias Schmitt, Obmann für den Kurs des Allgemeinen Hochschulsports (AHS). Der 26-jährige ist aufgrund seiner vorhandenen Erfahrung, die dieses Amt fordert, zum dritten Mal zum ersten Ansprechpartner für den Sportkurs gewählt worden. Schon seit seiner Jugend wollte er Kendo betreiben, jedoch ließen dies die fehlenden Trainingsmöglichkeiten an seinem Wohnort nicht zu. Erst mit Beginn seines Biologiestudiums (aktuell 9. Fachsemester) konnte er anfangen, den Sport zu betreiben. Mittlerweile trainiert er seit vier Jahren und ließ sich innerhalb von drei Semestern als Anfänger-Trainer zum Übungsleiter ausbilden. Zurzeit leitet er neben seiner aktiven Teilnahme das Kendo-Training am Freitagmorgen.
Sascha: Mathias, für wen ist Kendo geeignet?
Mathias: Prinzipiell ist Kendo für Personen jeder Altersgruppe geeignet. Man sollte allerdings, wie bei den meisten Sportarten, so jung wie möglich mit dem Sport beginnen. Weltweit üben sowohl Frauen als auch Männer den Sport gleichermaßen aus. In Deutschland überwiegt allerdings der Männeranteil, wenn ich mich nicht irre.
S: Warum ist Kendo als Hobby empfehlenswert?
M: Gute Frage, damit habe ich mich selbst noch nicht eingehend auseinandergesetzt. Also, aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass Kendo sowohl den Körper als auch den Geist schult und einem hilft, seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Im Training wird von einem Disziplin, Durchhaltevermögen und Selbstüberwindung gefordert. Das überträgt sich auch auf andere Lebensbereiche. Ein Nachteil sind mit Sicherheit die relativ hohen Anschaffungs- und Unterhaltungskosten für die Ausrüstung. Ein „shinai“, ein Übungsschwert aus Bambus, kostet beispielsweise ab 25 Euro und hält je nach Qualität zwischen einer Trainingseinheit und mehreren Monaten.
S: Wie ist die Resonanz auf Kendo an der Uni?
M: Die Resonanz auf Kendo ist in den letzten Jahren mit teilweise über 20 Anfängern pro Semester relativ gut gewesen. Allerdings sind die Anfängerzahlen in den letzten beiden Semestern eher rückläufig gewesen. Viele Leute können sich unter Kendo nicht viel vorstellen und möchten den Kampfsport einfach mal ausprobieren. Dadurch haben wir eine relativ hohe Abbrecherquote. Aus meinem Anfängerkurs, der aus über 20 Anfängern bestand, trainieren heute noch aktiv zwei bis drei Personen.
S: Nimmt die Kendo-Gruppe an Wettkämpfen und Meisterschaften teil?
M: Wir nehmen regelmäßig an Turnieren und Wettkämpfen teil, sowohl national als auch international. Ein Überblick über unsere Erfolge kann unserer Homepage entnommen werden (www.kendo-mainz.de->Dojo->Erfolge). Einige unserer Kenshi haben auch schon mehrmals an der Deutschen Einzel- und Mannschaftsmeisterschaft teilgenommen.
S: Macht die Gruppe auch Vorführungen, wie zum Beispiel „Show-Kämpfe”, auf dem Campus oder richtige Wettkämpfe für die Öffentlichkeit?
M: Wir werden aller Wahrscheinlichkeit nach eine Vorführung auf dem AHS-Tag Ende Mai machen. Einige unserer Kenshi haben letzten Freitag eine Vorführung auf der Landesgartenschau gegeben. Vor Kurzem gab es einen Bericht vom SWR über Kendo und wir hatten ein Fernsehteam bei uns zu Gast.
Die Turniere in Deutschland sind immer öffentlich und jeder, der Interesse hat, kann diese besuchen.
Meines Wissens finden auf großen Veranstaltungen, wie dem Japantag in Düsseldorf, Vorführungen statt, bei dem der Sport der Allgemeinheit vorgestellt wird.
Show-Kämpfe gibt es, soweit ich weiß, nicht. Man muss hierbei auch beachten, dass es sich bei Kendo um einen Kampfsport handelt. D. h. es gibt bei den Kämpfen feste Regeln, wie bei anderen Sportarten auch, beispielsweise Judo oder Taekwondo, ganz im Gegensatz zu Kampfkunst- und Selbstverteidigungsarten wie „Wing Tsun“ oder „Krav maga“.
S: Vielen Dank!