Das Herz für Polymerforschung schlägt in Mainz

By simonejaeger

Die Graduiertenschule der Exzellenz „MAterials Science IN MainZ“ (MAINZ) wurde am Mittwoch, den 30. April 2008, offiziell an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz eröffnet. Der thematische Schwerpunkt von MAINZ liegt bei Polymeren – hochgradig verketteten, einheitlichen Stoffen. Ziel ist das Design neuer funktionaler Materialien auf der Basis von Polymeren, biologischen und anorganischen Substanzen.

Zur Realisierung eines beeindruckenden Vorhabens
Schon in ihren Anfängen erstrahlt die Graduiertenschule im Licht ihres unübersehbaren Erfolgs: In edler Aufmachung fand am Mittwochnachmittag im Atrium der Alten Mensa die Eröffnungsfeier von MAINZ statt. Spätestens dann wurde klar, dass mit MAINZ ein weiterer Meilenstein in der Forschungstradition der Mainzer Universität gesetzt wurde. In wissenschaftlicher Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz und dem Bereich der Physik der Technischen Universität Kaiserslautern will die Graduiertenschule alle anderen forschungsorientierten Einrichtungen in Deutschland übertreffen.
Vor einem halben Jahr hat die „Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder“ erfolgreich abgeschnitten. Jetzt forschen in MAINZ 75 hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit Herkunft aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt. MAINZ ist international positioniert und umfasst Seminare, Exkursionen, Summer Schools, Laborkurse, Workshops mit internationalen Konferenzen, gemeinschaftliche Publikationen und Soft Skills-Training. Die Promovenden erhalten ein Stipendium zur vollständigen Finanzierung ihres Studiums, eine hervorragende Ausbildung sowie einen eigenen Mentor aus Wissenschaft oder Industrie zur individuellen Betreuung und Karriereplanung.

Frau Univ.-Prof. Dr. Claudia Felser bei der Eröffnungsfeier im Atrium der Alten Mensa an der Johannes Gutenberg-Universität MainzEin klares Ziel vor Augen
Univ.-Prof. Dr. Claudia Felser, Direktorin von MAINZ, stellte heraus, dass das wissenschaftliche Ziel der Graduiertenschule das Design neuer funktionaler Materialien auf der Basis von Polymeren, biologischen und anorganischen Substanzen sei. Das heißt, durch die Vereinigung von Molekülen zu einem neuen Stoff sollen Materialen mit neuen Eigenschaften und Funktionen geschaffen werden. Zudem sollen Synergieeffekte zwischen verschiedenen Bereichen der Naturwissenschaften gezielt genutzt werden. In MAINZ ziehen Chemiker, Physiker und Biologen gemeinsam an einem interdisziplinären Strang. Der Forschungsansatz in MAINZ führt die Theorie über Polymere, Kolloide, magnetische Materialien und ultrakalte Quantengase zusammen, um daraus in Kombination neue entscheidende Erkenntnisse zu gewinnen.

Ein großes Projekt
Das Angebot der Schule enthält zwei Promotionsprogramme, die sich über drei Jahre erstrecken: MATCOR (MATerials with CORelations) und POLYMAT (POLYmers in advanced MATerials). Bei POLYMAT und MATCOR steht die Synthese und Beschreibung neuer Materialien – insbesondere von Polymeren – im Vordergrund. Mithilfe von Computersimulationen und Experimenten sollen neue Materialien designt und die Korrelation von Materie untersucht werden. Des Weiteren bietet MAINZ das einjährige Programm IMPRS-PMS (International Max Planck Research School for Polymer Materials Science) an. Im Mittelpunkt dieses Austausch- und Trainingsprogramms steht der gesamte Bereich der Polymerforschung. Hier werden Polymere, theoretische Modelle und Simulationen entwickelt.

Die Powerfrau, eine internationale Karriereschmiede und der Glaube an Erfolg
Auf der Eröffnungsfeier würdigte Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, die Graduiertenschule der Exzellenz als „internationale Karriereschmiede in einem hoch innovativem Forschungsfeld“. Sie sprach von „verdienter Anerkennung“ für MAINZ und bezeichnete Professor Felser als „echte Powerfrau“. Die Nachwuchsförderung bedeute Zukunfts-, Forschungs- und Leistungsförderung für die Gesellschaft auf höchstem Niveau.
Im Rückblick auf die lange Tradition der Mainzer Chemiker erklärte Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz: „Wir sind davon überzeugt, dass die Graduiertenschule der Exzellenz ein Erfolg sein wird.“ Für die nächsten fünf Jahre wurden der Graduiertenschule der Exzellenz elf Millionen Euro Fördergelder von der Landes- und der Bundesregierung sowie der Mainzer Bank zugesagt. Faktisch gesehen werden allerdings vier bis sechs Millionen Euro jährlich in den Bereich der Materialwissenschaften einfließen, versicherte Professor Krausch. Damit dürfte sich das große Projekt verwirklichen lassen.
Schenkt man den Worten der Direktorin, der Ministerin und des Präsidenten Glauben, dann drängt sich ein Gedanke unwiderruflich auf: Mit der Eröffnung der Graduiertenschule MAterial Science IN MainZ hat das Herz für Forschung, Ausbildung und Austausch im Bereich der Materialwissenschaften inmitten von Mainz zu schlagen begonnen.

 

 

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