Mein Blog

By bonny2punkt0

Es ist 18:32. Das heißt, es ist höchste Zeit für eine Revolution. So sieht das auch 7Whistles, Blogger aus Leidenschaft und Kämpfer für seine Meinungsfreiheit. Deshalb sitzt er am 27. Mai um 18:32 in seinem Studentenzimmer und diskutiert und blogt, was das Zeug hält.

Offiziell steht zwar jedem von uns das Recht zu, seine eigene Meinung frei zu äußern – aber wer hat schon die Möglichkeit, sich bei anderen Gehör zu verschaffen. Außer vielleicht bei den Nachbarn, die dank Wänden aus Papier sowieso jedes Wort mithören. Also, Zeit für eine Revolution! Und dank Internet und einer kleinen, nicht ganz so neuen Errungenschaft namens Weblog sind den Revolutionären auch alle Werkzeuge für den Siegeszug der neuen Pressefreiheit gegeben.

Bisher bedeutete Journalismus Recherchieren, Schreiben, Redigieren und am Ende kommt hoffentlich etwas dabei raus, das als Text, Ton oder Bild was her macht. Online-Journalismus dagegen hat seine ganz eigenen Blüten getrieben: Neben den altbewährten Formen von journalistischen Hinterlassenschaften kommt seit geraumer Zeit eine neue Kategorie dazu, mal als Tagebuch eines einsamen Teenagers, mal als Erfahrungsbericht aus Krisengebieten der Erde. Der Weblog avanciert sowohl unter Journalisten als auch unter Normal-Sterblichen (und auch bei allen Zwischenmenschen) langsam aber sicher zum Ausgangspunkt multimedialer Revolution, zum Ort der real existierenden Meinungsfreiheit. Und damit wird der Blog, zumindest aus Sicht einer jungen, noch unetablierten Journalistin zur großen Chance des Online-Journalismus: Er gibt jedem, der einen Internetzugang und einen PC besitzt, die Möglichkeit journalistisch tätig zu werden, ohne auf Qualifikationen, Erfahrungen oder redaktionelle Linie zu achten. Vor dem Blog sind alle gleich.

Natürlich darf man eins nicht übersehen: Auch der Neonazi und die krankhaft Magersüchtige, die Gleichgesinnte suchen, sind vor dem Blog gleich. Mit den Chancen, die uns der Online-Journalismus bringt, steigen auch die Gefahren. Denn wo jede Meinung ungefiltert verbreitet wird, bleiben auch extreme und beängstigende Meinungen nicht fern. Doch aufgrund von Ängsten seine eigene Freiheit zu beschneiden, widerspricht jeder Logik: Was entkräftet eine gefährdende Meinung mehr als die breite Öffentlichkeit, die sich ihr mit Mut und geistiger Überlegenheit gegenüberstellt?

Vor 176 Jahren sind 30.000 Revolutionäre für das Recht der Meinungs- und Pressefreiheit auf ein kleines Schloss in meiner Heimatstadt gezogen. Heute ziehen weit über 20 Millionen Menschen ins Internet und bloggen für die gleichen Rechte. Und ihre Zukunft sieht viel versprechend aus.

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