Ein Kurzeinstieg in die Welt moderner Begrifflichkeiten
Konfrontationen gibt es viele auf der Welt. Beginnend mit dem allmorgendlichen Kampf um die Frage, wer zuerst das Bad benutzen darf, über den Konkurrenzkampf am Arbeitsplatz bis hin zu blutigen Auseinandersetzungen nationaler und territorialer Art, ist prinzipiell jeder Mensch tagtäglich Konfrontationen unterschiedlicher Natur ausgesetzt. Nicht alle Konfrontationen müssen jedoch auf zwischenmenschlicher Ebene erfolgen. Manchmal schleicht die Konfrontation unerkannt von hinten an Einen heran und überrascht auf subtile, immaterielle Art und Weise. Man mag sich an dieser Stelle die Frage stellen, was denn nun eigentlich mit dieser sinnlosen Ansammlung von Worten gemeint ist. Deutlich wird dies an dem Gefühl, was viele Menschen auf der Erde schon am eigenen Leib erfahren haben: Die Konfrontation mit Begrifflichkeiten.
Tagtäglich prasseln diese seltsamen Konstrukte wie aus einem fernen Universum auf einen nieder. Trotz ihrer Verschiedenheit haben die meisten Begrifflichkeiten eine Gemeinsamkeit: Sind sie noch nicht bekannt, drängen sie sich rücksichtslos und mit einem Mal in die Umwelt des Konfrontierten und hinterlassen eine Schneise brennender Verwirrung und Unwissenheit. Glücklicherweise ist nicht jede Begrifflichkeit auf der psychischen Ebene derart schmerzhaft. Online-Journalismus zum Beispiel. Auf die Frage hin, was Online-Journalismus eigentlich bedeutet, fällt den meisten Normalbürgern wohl dasselbe ein: Online-Journalismus ist demnach Journalismus, der im Internet stattfindet. Aber ist das alles oder existieren weitere charakteristische Eigenschaften?
Vergleicht man auf der Konsumentenebene Online-Journalismus mit dem herkömmlichen Journalismus in den Printmedien, werden bereits erste Charakteristika deutlich. Während der Leser einer Tageszeitung sich eher von der ersten bis zur letzten Seite durchkämpft, verfährt der Online-Rezipient anders: Schon beim Aufrufen der Startseite einer der klassischen Online-Medien steht ihm nach nur einem Mausklick direkt eine Vielzahl unterschiedlicher Informationsangebote zur Verfügung. Will man nach Öffnen eines Artikels tiefer ins Detail gehen, kann man sich ohne große Anstrengung aus dem breiten Fundus themenverwandter Beiträge bedienen. Hinzu kommt, dass die Internetnutzung und vor allem die Nutzung journalistischer Inhalte innerhalb dieses Mediums eine schnelllebige und ungeduldige ist. Der Leser möchte keinen „Buchstabendschungel“ vor seinen Augen tanzen sehen – und deswegen präsentiert der Online-Journalist in einem anderen Schreibstil. Eine weitere Eigenheit des Online-Journalismus ist der Faktor Zeit beziehungsweise seine zeitnahe Berichterstattung und Beitragsgestaltung. Ein Artikel kann innerhalb nur eines Tages durch andere, auf dasselbe Thema bezogene Artikel, seine Aktualität mehrfach verlieren. Eine Zeitung hingegen hat das Privileg, wenigstens einen Tag aktuell sein zu dürfen.
Dies alles belegt den Online-Journalisten natürlich mit ganz anderen Anforderungen. Er muss nicht nur in gebündelter und leicht vernetzbarer Form publizieren, sondern diese auch auf andere Art und Weise präsentieren und stets einen aktuellen Bezug aufrecht erhalten. Also, wie bereits gesagt: Es gibt viele Konfrontationen auf der Welt. Vor allem bei diesen Begrifflichkeiten.
Schlagworte: Begrifflichkeiten, Journalismus, Onlinejournalismus