Archiv für Mai 2008
Kommentar: Am Anfang war es nur ein Spiel
Mai 30, 2008von Benjamin Kashlan
Seit kurzem gibt am Mainzer Universitätsklinikum deutschlandweit die erste Therapiestelle für Computerspielsucht. In der Ambulanz für Spielsucht sollen künftig bis zu 150 Spielsüchtige pro Jahr ambulant behandelt werden. Ist das notwendig?
Das Phänomen Spielsucht bei Computerspielen wird seit längerer Zeit in den Medien, insbesondere im Kontext so genannter „Killer-Spiele“, thematisiert. Man denke in diesem Zusammenhang an die, mittlerweile sich häufenden, schockierenden Berichte über Amokläufe wie in Erfurt im Jahr 2002 oder unlängst an der amerikanischen Technischen Universität in Virginia, bei denen zahlreiche Tote zu verzeichnen waren. Aber auch Meldungen über, zumeist minderjährige „Zocker“, die sich bis zur totalen Erschöpfung und sogar bis ins Koma spielen, treten immer mehr in den Fokus der Berichterstattung. 
Es zeichnet sich ein Wandel im Bewusstsein ab: Der Computer wird nun nicht mehr als harmloses Unterhaltungsmedium gesehen. Spätestens mit dem Eintritt in das Internetzeitalter und dem Aufkommen erster Studien zum Thema Suchtverhalten im Rahmen von Internet- und Computer(-spiele)-Nutzung beschäftigt sich die Öffentlichkeit zunehmend mit diesen Phänomenen.
Hierzu der Psychiater Dr. Bert te Wildt in einem ARD-Panorama-Interview vom 05.04.2008: „Ich denke schon, dass man im Zusammenhang mit Computerspielen und Internetabhängigkeit bei Kindern und Jugendlichen von einem Massenphänomen im Moment sprechen kann. Wir können noch nicht genau abschätzen, inwieweit das eine wirkliche pathologische Dimension hat, wo es dann überall zu Behandlungen kommen muss. Aber ich glaube, dass da ganz schön was auf uns zukommt.“
Diese Einschätzung macht die Notwendigkeit therapeutischer Institutionen wie der Ambulanz für Spielsucht deutlich. Eine neue Studie des Max-Planck-Insitiutes unterstreicht dies. Diese stellte aufgrund fundierter Forschungsergebnisse klare Parallelen im Suchtverhalten von Computerspielern mit Cannabis- und Alkoholabhängigen heraus.
Trotz diverser Berichte in der internationalen Forschungswelt zu einem immer stärkeren Aufkommen von „digitaler“ Spielsucht sieht die gegenwärtige Bundesregierung noch keinen Handlungsbedarf. So schreibt man in einer Antwort auf die Anfrage von Abgeordneten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu geplanten Novellierungen des Jugendmedienschutzgesetzes, dass „ […] noch keine Untersuchungen vor(liegen), die auf der Basis repräsentativer Daten gesicherte Aussagen über den Umfang der Problematik in Deutschland zulassen. Die Bundesregierung wird die Entwicklung und wissenschaftliche Bewertung des Suchtpotenzials von Video- und Computerspielen weiter verfolgen. Sollten sich Hinweise auf eine Zunahme spielsüchtiger Verhaltensweisen bestätigen, werden von Seiten der Bundesregierung entsprechende Konsequenzen zur Prävention dieses Problemverhaltens eingeleitet.“
Es bleibt trotzdem zu hoffen, dass solcherlei therapeutische Einrichtungen keine Einzelfälle bleiben, sondern eine flächendeckende Betreuung für diese neue gesellschaftliche Suchtform eingerichtet wird. Eine stärkere staatliche Fokussierung auf das problematische Phänomen Spielsucht und eine diesbezügliche Unterstützung wäre in diesem Zusammenhang mehr als angebracht.
Kommentar: David “The Hoff” Hasselhoff
Mai 30, 2008„Er kommt - Knight Rider - Ein Auto, ein Computer, ein Mann.
Knight Rider - Ein Mann und sein Auto kämpfen gegen das Unrecht.“
Das sind die Worte, die eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen jeden Sonntagnachmittag vor den Bildschirm zogen. Als es dann soweit war, als dieses Auto sich vom Horizont auf den Zuschauer zu bewegte, war Gänsehaut vorprogrammiert. Dieses Ritual sollte sich 90 mal wiederholen, ehe die Serie nach vier Jahren 1986 eingestellt wurde. Spätestens seit diesem Zeitpunkt weiß der Fan der Serie auch, wie sich hysterisch heulende Teenie-Mädchen nach Bekanntgabe der Trennung ihrer favorisierten Boy Band fühlen.
Knight Rider war mehr als nur eine Fernsehserie. Knight Rider war ein Stück Lebenseinstellung. Am Beispiel dieser Serie lässt sich verdeutlichen, warum die 1980er die beste Dekade der Menschheit war – zumindest für Jungs. Michael Knight (und auch Thomas Magnum) gaben den pubertierenden Jungspunden eine einzigartige Hilfestellung, um das größte Mysterium dieses Lebensabschnitts besser verstehen zu können - Mädchen. Wie lerne ich Mädchen kennen? Die zentrale Frage jedes Heranwachsenden. Ganz einfach, denn man brauchte im Grunde nur vier Dinge: 1. eine Dauerwelle; 2. Brustbehaarung (je mehr, desto besser); 3. ein Hemd, das höchstens bis knapp über den Bauchnabel schließbar ist und 4. ein absolut cooles Auto. Somit bekamen die beiden jede Frau. Wobei die beiden Herren besonders bei dem letzten Punkt die Meßlatte mit ihren Autos K.I.T.T. und einem Ferrari 308 GTS sehr hoch legten. Doch wer will zu Anfang schon jede Frau? Da reicht auch erst mal eine.
Diese Zeiten sind leider schon lange vorbei. Aber es gibt keinen Grund zur Verzweiflung, liebe Heranwachsende. Eure Situation ist dieser Tage nicht „Hoff-nungslos“. Denn ER kehrt zurück. David Hasselhoff wird im Herbst diesen Jahres wieder als Michael Knight im Fernsehen zu bestaunen sein. Der Pilot-Film zur 2008er Auflage der Kultserie lief bereits im Februar auf dem amerikanischen Sender NBC und erzielte dabei eine so hervorragende Einschaltquote, dass es zu einer Neuauflage der Serie kommen wird. Die menschliche Hauptrolle „Mike Traceur“ wird von Justin Breuning verkörpert, der den unehelichen Sohn von Michael Knight darstellt. An seiner Seite kämpft erneut K.I.T.T. (diesmal „Knight Industries Three Thousand“) in Form eines Ford Shelby GT 500 KR Mustang für Recht und Ordnung.
Wer sich bis dahin gerne nochmal auf eine etwas andere Art und Weise mit der Original-Serie vergnügen möchte, dem sei unbedingt folgende Website an das Herz gelegt:
„Dreidimensional, ultimativ, geräuschlos“
Mai 30, 2008von Stephan Benz
Die dritte Woche dreht sich ganz um die Sportart Unterwasserrugby (UWR). Seit den 1960er Jahren kämpfen 12 Spieler, mit ABC-Ausrüstung ausgestattet, 30 Minuten lang unter der Wasseroberfläche um Körbe.
Und wer hat’s erfunden? Nicht die Schweizer!
Ein Deutscher, Ludwig von Bersuda, erfand 1961 eine dem Unterwasser- Volleyball ähnliche Spielform. 1964 fand schließlich eine davon modifizierte Form, ein Unterwasserrugbyspiel, zwischen der DLRG Mühlheim und der DUC Duisburg statt. Von da an ging es mit dem UWR steil aufwärts. Bereits sechs Jahre später folgte die erste offizielle Gesamtdeutsche UWR-Meisterschaft. In der Folge mutierte die Sportart 1973 zum Exportschlager – gipfelnd mit der Europameisterschaft 1978 und der ersten Weltmeisterschaft in Mülheim 1980.
Wie spielt man Unterwasserrugby?
Das Spiel ist leicht erklärt. Jede Mannschaft besteht aus elf Spielern von denen sich sechs im Wasser befinden. Die restlichen Auswechselspieler bewachen die Ersatzbank und können im fliegenden Wechsel eingesetzt werden.
Ziel ist es, einen mit Salzwasser gefüllten Ball in den vom Torwart bewachten Stahlkorb der gegnerischen Mannschaft zu befördern. Das ist einfacher gesagt, als getan. „Die Gegner kommen von allen Seiten und man muss taktisch geschickt agieren. Muskelkraft allein reicht da nicht aus, viel wichtiger ist ein guter Überblick und etwas Geschick“, sagt Jennifer, Obfrau des AHS-Kurs Unterwasserrugby der Uni Mainz. „Das ist der Punkt, warum UWR auch für Frauen interessant ist“, sagt sie weiter. Jennifer ist eine von vielen begeisterten Frauen, die aktiv in einer augenscheinlich männerdominierten Sportart – wir reden hier immerhin vom Rugby – teilnimmt. In kaum einer anderen Sportart kann man sich „in allen drei Dimensionen bewegen“.
Wer kann teilnehmen?
Teilnehmen kann im Grunde jeder, Voraussetzungen gibt es fast keine. Oder doch? „Na ja, schwimmen sollte man können“ sagt Jennifer, „das ist alles“. Ist diese Hürde genommen, braucht man nur noch eine ABC-Ausrüstung (Taucherbrille, Schnorchel, Flossen) und eine(n) Badehose/anzug.

Der Olympische Gedanke zählt
Einmal im Team, warten, neben wöchentlichen Trainingseinheiten, jährlich zwei bundesweite Wettkämpfe auf den Sportler. Abgesehen vom 23. Bundesoffenen Turnier der Hochschulen im Unterwasserrugby (BOT) am 14 und 15. Juni in Göttingen – das übrigens zum ersten Mal 1986 in Mainz stattfand - richtet die Mainzer AHS-Gruppe in unregelmäßigen Abständen ein Nikolaus-Turnier aus. Große Chancen rechnet sich die Mainzer Truppe jedoch nicht aus, vielmehr steht der Spaßfaktor im Vordergrund. „Unsere Chancen stehen eher schlecht. Wir sind ein sehr junges Team aus vielen unerfahrenen Spielern. Bei uns zählt hauptsächlich der olympische Gedanke und die Hoffnung, dabei viele Erfahrungen sammeln zu können.“
Wer also auf der Suche nach etwas Neuem ist, sollte sich nicht scheuen und dienstags um 17:45 Uhr im Bad (siehe AHS-Flyer) vorbeischauen!
Nützliche Links zum Thema:
„Hier kenne ich mich aus“
Mai 30, 2008Das Pendeln kann ein „Nicht-Pendler“ oft kaum nachvollziehen. Warum sollte man auch nicht in die Nähe des Arbeitsplatzes oder Studienortes ziehen?
Welche Gründe gibt es fürs Pendeln? Und welche Vor- und Nachteile bietet die lange Anfahrt? LeOn hat mit der Studentin Milena (23) über dieses Thema gesprochen. Sie pendelt seit drei Jahren fast täglich von Mainz an die Uni Frankfurt.
LeOn: Wie kam es dazu, dass du pendelst?
Milena: Ich habe mich in Mainz für Pädagogik beworben. Nachdem es mit dem Pädagogik-Studium in Mainz nicht geklappt hat, kam die Zusage von Frankfurt. Damals habe ich mich riesig darüber gefreut. Meine Alternative wäre ein Studium der Geologie und Paläontologie in Mainz gewesen, worauf ich weniger Lust hatte.
LeOn: Warum bist du nach der Zusage nicht nach Frankfurt gezogen?
Milena: Ich hatte schon seit anderthalb Monaten in einer WG in Mainz gewohnt und recht viel Geld in die Renovierung meines Zimmers gesteckt. Da wollte ich nicht gleich schon wieder raus. Außerdem waren auch meine ganzen Freunde in Mainz und ich habe ja zunächst auch angenommen, dass ich nach einem Semester nach Mainz wechseln werde.
LeOn: Doch dann ist…
Milena: …alles anders gekommen. Ich hatte mich inzwischen an den Ablauf und die Uni gewöhnt und nette Leute kennen gelernt. Ich hab vielleicht befürchtet, dass der Kontakt abbricht und ich vielleicht zu viel aufgebe. Ein anderer Grund war, dass mir die Struktur des Studiums in Frankfurt um einiges besser gefällt: Wir können unsere Kurse freier wählen und müssen im Vordiplom auch keine schriftlichen Klausuren schreiben, sondern eine Vordiplomsarbeit abgeben. Es hat also einiges dafür gesprochen in Frankfurt zu bleiben.
LeOn: Hast du denn schon einmal daran gedacht nach Frankfurt zu ziehen?
Milena: Wenn ich ehrlich bin: Nein. Ich finde Frankfurt im Allgemeinen nicht ganz so schön. Es gibt zwar schöne Ecken, aber im Großen und Ganzen zieht mich außer dem Studium recht wenig dorthin. In Mainz fühle ich mich einfach besser aufgehoben. Hier kenne ich mich aus und fühle mich sicher.
Ein anderer Punkt sind die Mietkosten in Frankfurt: Wenn man in einer einigermaßen anständigen Gegend wohnen will, muss man sehr viel zahlen. Außerdem bin ich in Mainz inzwischen mit meinem Freund zusammengezogen und möchte daher erst recht nicht weg.
LeOn: Du bleibst also beim Pendeln. Gibt es Dinge, die du am Pendeln besonders schätzt oder nervig findest?
Milena: Am Anfang hat es mich total genervt: Die Züge kommen nie pünktlich und sind immer mindestens fünf Minuten zu spät. Genau in der Zeit als der große Bahnstreik war, habe ich meine mündlichen Vordiplomsprüfungen gehabt und bin aus Angst nicht pünktlich da zu sein, fast drei Stunden früher gefahren. Wenn normal Uni war, bin ich in dieser Zeit manchmal sogar gar nicht gefahren, weil ich nicht am Ende den ganzen Tag auf dem Frankfurter Hauptbahnhof stehen wollte. Man gewöhnt sich mit der Zeit aber auch an das Pendeln. Mittlerweile kann ich in der Bahn recht gut entspannen. Ich lese dann oder höre Musik. Gerade zum Lesen, fehlt im sonstigen Alltag oft die Zeit. Auf Fachliteratur kann ich mich allerdings recht wenig konzentrieren. Wenn ich lese, dann Romane.
LeOn: Würdest du denn mehr an der Uni sein, wenn du in Frankfurt wohnen würdest?
Milena: Ja, ich wäre bestimmt mehr an der Uni. Ich würde dann sicher auch Veranstaltungen um 8 Uhr belegen. Ich packe mir den Stundenplan an einem Tag immer recht voll, damit ich nicht jeden Tag nach Frankfurt fahren muss. Für eine einzelne Veranstaltung an einem Tag, fahre ich nicht extra nach Frankfurt. Da bin ich dann für anderthalb Stunden insgesamt drei Stunden unterwegs. Das lohnt sich für mich einfach nicht. So muss ich leider oft auf interessante Veranstaltungen verzichten.
LeOn: Was schätzt du an der Studentenstadt Mainz besonders?
Milena: Ich kann hier zum Beispiel als Externe das Sportprogramm der Uni nutzen. Das ist auch um einiges vielfältiger als das Frankfurter. Hier kann ich beispielsweise Jazztanz für Anfänger machen und verschiedene Kampfsportarten. Außerdem sind die Sportangebote oft abends. Und nach dem Sport noch von Frankfurt nach Mainz zu fahren wäre mir dann doch zu viel. Hier bin ich in 10 Min. zu Hause. Das Gute ist ja, dass ich das Semesterticket der Uni Frankfurt auch in Mainz benutzen kann.
LeOn: Vielen Dank für das Interview.
Das Interview führte Sima Paydar.
Don’t say motherfucker, motherfucker!
Mai 29, 2008von Jonas Vomstein
An dieser Stelle sollte eigentlich ein Interview stehen mit einem der Veranstalter von Tonic, Trash’n’Tunes, der Lesung mit und über Dosenmusik. Aber das Leben eines Journalisten ist schwer. Das Interview war vereinbart und auf den Zeitraum nach der Veranstaltung terminiert. Als zu fortgeschrittener nächtlicher Stunde noch kein Ende in Sicht war, bin ich nach Hause gefahren. „Nicht sehr professionell“, könnte man jetzt denken. „Egal“, denke ich. „Schreib ich halt was über den coolsten Menschen der Welt…“
„I headed down the track/my baggage on my back/I left the city far behind/Walking down the road with my heavy load/Trying to find some piece of mind.” Wer hat’s erkannt? Wer jetzt mit den Schultern zuckt, sollte sofort aufhören zu lesen, um auf schnellstem Weg eine eklatante Bildungslücke zu schließen. Bei Tonic, Trash’n’Tunes ging es ja letztendlich darum, die coolste Sau des Planeten zu küren. Seine Konkurrenz war teilweise wirklich Respekt einflößend (Thomas Magnum, Queen Elizabeth), zum Teil aber auch ziemlich erbärmlich (Kurt Beck, Jürgen Klopp). Unabhängig vom Ergebnis kann ich auf jeden Fall sagen: Er ist der Meister der Herzen! Irgendein Trottel hatte ihn ziemlich zu Beginn des lustigen Liederratens von der coolen auf die uncoole Seite gehängt, aber als ich „I was made for lovin’ you“ von Kiss in der finnischen „Humppa-Version“ von Eläkeläiset erkannt hatte, habe ich ihn zurückgeholt. Ich spreche von dem Mann mit der schönsten Frontkörperbehaarung der Welt, mit dem coolsten Auto der Welt und mit dem, der so schön in betrunkenem Zustand Hamburger essen kann (http://de.youtube.com/watch?v=Ls_uzZV51fM&feature=related), wie kein anderer: David Hasselhoff, manch einem auch bekannt als Michael Knight oder als Bademeister Mitch Buchannon.
Sterne am Flughafen
Die Zeilen oben stammen natürlich aus seinem größten Hit „Looking for freedom“. Das bringt mich gleich zum wichtigsten Punkt in der Karriere von „The Hoff“, denn aufmerksame Weltbürger wissen, wie er – eigentlich fast im Alleingang – die Berliner Mauer mit diesem Meisterwerk zum Einsturz brachte. Ja, wahrscheinlich wäre Deutschland noch in Ost und West geteilt, hätte „The Hoff“ nicht bedeutungsschwanger „I’ve been looking for freedom, I’ve been looking so long“ geträllert. Auch heute noch weiß „The Hoff“, was Political Correctness bedeutet, was er in seinem Blog (http://www.davidhasselhoff.com/) eindrucksvoll untermauert. Da hatte er doch tatsächlich das Vergnügen, direkt in die Arme der wahren Sterne von Amerika (also das echte Amerika bzw. die USA) zu laufen, „our brave young men & women of the Armed Forces.“ Wow, zufällig am Flughafen die „fine young patriots“ getroffen, die gerade auf dem Weg nach Afghanistan und in den Irak waren, um Amerika zu verteidigen. Vielleicht kommt jetzt jemand auf die Idee, dass „The Hoff“ doch selbst nach Afghanistan fliegen könnte, um den Taliban endgültig mal in den Arsch zu treten, doch das ist nicht nötig, denn der „The Hoff“ versichert weiter, dass die Soldaten durchweg Positives von der Situation an der Front zu erzählen gehabt hätten. Und außerdem ist es doch logisch, dass jemand bereit stehen muss, falls solche verrückten Mullahs wieder versuchen sollten, einen Fuß auf amerikanischen Boden zu setzen. Sollte das passieren, würde „The Hoff“ K.I.T.T. (http://de.wikipedia.org/wiki/Knight_Rider) aus der Garage holen und alle anderen wichtigen Termine absagen (derzeit moderiert er die Castingshow „America’s got talent“ und versucht seit Februar 2006 seine neue Welttournee zu starten).
Riesenhafte Erfolge im Videotext
Apropos K.I.T.T.: Das tollste Auto der Welt – Hand aufs Herz, Jungs: Wer wollte als kleiner Scheißer nicht mit seinem Auto sprechen können? – wird am 26. und 27. Juli zu Gast beim Fanclubtreffen der Hasselhoff-Foundation in Ebergötzen bei Göttingen sein. Wer dabei sein möchte, muss sich allerdings beeilen, da nur maximal 45 Fans teilnehmen können. Also schnell eine Mail an fanclub@hasselhoff-foundation.de schicken und sich eine Karte sichern! Vielleicht will ja jemand auch gleich Mitglied im traditionsreichen Fanclub werden, der sich im März 1997 gründete und seitdem zahlreiche Highlights durchlebt hat: So durften die Fanclubmitglieder im November 1997 „The Hoff“ backstage bei der ZDF-Hitparade treffen und waren im darauf folgenden April sogar zwei Wochen lang mit ihrer Adresse im Videotext von Sat.1 zu finden.
Ich hoffe, dass ihr jetzt langsam begreift, was für ein toller Typ „The Hoff“ ist. Übrigens hat er in Österreich und in der Schweiz mehr Platten verkauft als irgendein anderer Musiker, was natürlich die Frage aufwirft, warum er nicht den offiziellen Song zur Fußballeuropameisterschaft singt. Man weiß es nicht.
Wer sich nun noch fragt, was die merkwürdige Überschrift zu bedeuten hat, dem sei der Rock’n’Roll-Lifestyle von „The Hoff“ aus dem Lied „Hands up for Rock’n’Roll“ zitiert: „When I wanna party and I wanna have some fun, rock’n’roll will always me number one.“ Alles klar? Merke: You can’t hassel the hoff! And don’t say motherfucker, motherfucker!
Drei Musketiere
Mai 29, 2008
Marcel, Michel, Cornelius – die drei Musketiere, die ihrem Publikum durch ihre charmante Art und einer Prise Humor unterhalten haben.
27. Mai 2008, gegen 21 Uhr, kleine Bühne des Kulturkafé, drei Männer in Vordergrund und jede Menge Spaß
Auf jedem Tisch hatten die drei Komiker zwei Gegenstände, die für Spiel und Unterhaltung mit dem Publikum sorgen sollten platziert. Ein Blatt mit Fragen zu verschiedenen Songs und eine Pfeife für jeden Teilnehmer. Warum waren diese Gegenstände wichtig? Natürlich um die coolsten Antworten auf die uncoolsten Fragen zu finden! Und wer kennt die Antworten auf solchen Fragen: „Wie viele Straßen muss ein Mann jetzt runterlaufen, bevor man ihn einen Mann nennen kann?“ oder „Wie viel kostet der Fisch?“. Man sollte nicht nur den Titel oder die Band nennen, die Antwort sollte selbstverständlich cool sein. 15 Fragen wurden gestellt, Antworten aber gab es viel mehr. Gefragt war hier vor allem die Kreativität des Publikums, die diese Aufgabe vorbildlich gelöst hat und selbst viel zu lachen hatte. Übrigens, weiß jemand, wer das erste Lied sang? Den ungeschlagenen Bob Dylan könnte man noch schnell erraten. Schwieriger war es bei den Antworten auf die Frage, wie die Straße in dem entsprechenden Dylan Song hieß. Viele Antworte und ein Kampf um den Sieg. Um die Frage beantworten zu dürfen, musste man erst die Pfeife benutzen. Je lauter und schneller, desto besser.
Publikum rätselt
Es wäre kein Spaß dabei ohne eine kleine Belohnung. Jeder, der die Antwort kannte, wurde mit einer kleinen Flasche Schnaps beschenkt, die von einem der drei Jungs (meistens jedoch Cornelius) über die Köpfe des Publikums geworfen wurden.
Aber das Wichtigste waren jedoch die Bilder mit den „coolen“ und „uncoolen“ Promis, die von einer auf die andere Wand umgehängt werden durften. Der ganze Spaß lag bei den verschiedenen Meinungen, den „belohnten“ Personen, die, die Bilder von einer auf die andere Seite hängen durften.
Der Kassenwart der Fachschaften
Mai 29, 2008von Janek Rauhe
Wenn man mit dem Studium anfängt, dann kommt man zwangsläufig mit einer Institution in Kontakt: den Fachschaften! Sie organisieren Erstiveranstaltungen, sind Anlaufstellen bei Fragen zum Studium und organisieren Feten auf dem Campus. Doch ohne den “Zentralen Fachschaften Rat” (ZeFaR) wären die Fachschaften Eunuchen.
“Die Fachschaften könnten ohne uns viele Projekte nicht realisieren”, erklärt Lars Beißwenger, 25, “die Fachschaften dürfen kein Geld verwalten. Das darf nur der ZeFaR”. Das Managen der Gelder ist eine richtige buchhalterische Aufgabe: “Wir kontrollieren die Abrechnungen und versteuern das Geld”, sagt Lars. Er ist seit drei Semestern einer der vier ZeFaR-Referenten.
Der ZeFaR setzt sich aus 50 Fachschaften zusammen. Es ist ein autonomes Referat innerhalb des AStAs. Die Referenten werden durch die Abgesandten der Fachschaften einmal im Jahr gewählt. Im Plenum, das immer mittwochs tagt, können sich die Fachschaften untereinander austauschen sie können sich so koordinieren und gemeinsame Projekte starten. Der gegenseitige Austausch hilft, bei Problemen in der alltäglichen Fachschaftsarbeit Lösungen zu finden.
Der ZeFaR ist auch Bindeglied zwischen AStA und Fachschaften. “Ich nehme im Auftrag der Fachschaften am AStA-Plenum teil und kann so die Politik des jeweiligen AStA beeinflussen”, erläutert Lars.
Jede Woche verschicken die Referenten eine Rundmail an alle Fachschaften. Dort sind alle Fachschaftsaktionen und -infos festgehalten, sowie Nachrichten aus dem AStA. “Wir verbinden Fachschaftsarbeit mit der Hochschulpolitik”, meint Lars.
Der Zentrale Fachschaften Rat - Kassenwart, Koordinierungsstelle und Kontaktpunkt zwischen AStA und Fachschaften in einem.
Am Anfang war es nur ein Spiel
Mai 29, 2008Die Behauptung, dass Computerspiele wie World of Warcraft, Counter Strike & Co. ein hohes Suchtpotential für die Spieler haben, ist allseits bekannt. Was neu aufkommt, sind wissenschaftliche Therapiemöglichkeiten zur Behandlung der Spielsucht. Die Ambulanz für Spielsucht am Johannes Gutenberg-Universitätsklinikum Mainz behandelt erstmalig in Deutschland das Krankheitsbild „Computerspielsucht“.
Diagnose: Computerspielsucht
Viele Freunde, gute Noten in der Schule, Baseball als Hobby, ein ausgeglichenes Verhältnis mit seinen Eltern – all das hatte Alex vor rund zwei Jahren. Heute ist das Leben des 16-jährigen Amerikaners aus New York kaum wieder zu erkennen: Mindestens 15 Stunden und in manchen Hochphasen etwa 20 Stunden am Tag verbringt Alex mit dem Computerspiel „World of Warcraft“ vor dem Bildschirm. Dieses Jahr wird er wegen mangelhaften Noten und zu vielen Fehlzeiten nicht in die nächste Klasse versetzt. Den Kontakt zu seinen Freunden hat er gänzlich abgebrochen. Denn jetzt braucht er alle Zeit des Tages für seine virtuelle Welt am PC – zumindest ist er davon überzeugt und das reicht in diesem Fall.
Die Symptome sind eindeutig und das Krankheitsbild steht fest: Computerspielsucht. Das Problem, mit dem Alex zu kämpfen hat, lässt sich längst nicht mehr nur in Nordamerika verorten. Der Einzug der Egoshooter-Spiele und derjenigen mit Multiplayermodus in den deutschen Elektronikfachhandel und auch die Ausweitung der Kaufmöglichkeiten im Internet haben die Verhältnisse in Deutschland denen in Amerika nahezu angeglichen. Der einzige Unterschied besteht in verschiedenen Kaufversionen der Spiele. Dabei unterscheiden sich die deutschen Versionen von den amerikanischen Originalspielen in manchen Fällen drastisch: Hier sind die Szenen, in denen Blut spritzt, nicht oder nur minimal zu sehen und auch die Anwendung von Gewalt wird in einem beschränkten Maß gezeigt.
Kaum Behandlungsmöglichkeiten in Deutschland
Die Betroffenen wissen, was sie wollen: Je blutrünstiger, gewalthaltiger und gefährlicher die Missionen der Spiele sind, umso beliebter sind sie. Was auch zählt, ist die möglichst realitätsnahe grafische Gestaltung der PC-Spiele – damit es nicht nur mit Unmengen an Fantasie annäherungsweise echt aussieht, sondern sich beim ersten Blick auch sofort real anfühlt. Doch reicht das zum Leben? Im Ernstfall reicht es noch nicht einmal zum Überleben. In den Nachrichten kursierten bereits schockierende Fälle von Spielern, die sich zu Tode gespielt haben. Ja, richtig: Die von der Sucht befallenen Spieler vergessen neben vielen anderen Dingen die Nahrungsaufnahme.
Wenn die Süchtigen noch zu Hause wohnen, haben nicht nur sie mit ihrem Problem umzugehen. Auch Eltern und andere Angehörige sind emotional involviert und wissen oft nicht weiter. Die Nerven liegen blank. Das muss allerdings nicht so bleiben. Denn es gibt vielversprechende Behandlungsmöglichkeiten, die den Betroffenen wieder zurück ins richtige Leben verhelfen. Der Haken an der Sache ist nur, dass Deutschland bislang bei der Behandlung von Computerspielsucht eher im Schatten lag, anstatt sich als Vorreiter zu diesem Thema in Wissenschaft und Forschung zu positionieren.
Neue Ambulanz für Spielsucht in Mainz
Aktuelle Entwicklungen lassen jedoch auf das Licht am Ende des Tunnels hoffen: Mit der Eröffnung der neuen Ambulanz für Spielsucht am Johannes Gutenberg-Universitätsklinikum in Mainz wird erstmalig in Deutschland neben der pathologischen Spielsucht auch die Computerspielsucht behandelt. Das Therapieangebot besteht aus ambulant durchgeführten Gruppensitzungen für jeweils acht bis zehn Personen. Psychologe Klaus Wölfling sieht zwei entscheidende Vorteile dieses Behandlungskonzeptes: Erstens werden die Süchtigen bei ambulanten Therapiestunden nicht aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen, was bei einer stationären Behandlung der Fall wäre. Zweitens bieten Gruppentreffen die Chance, sich über ähnliche Verhältnisse mit anderen Betroffenen auszutauschen und somit Einsicht in das eigene Problem zu gewinnen.
Obwohl wissenschaftliche Befunde nur von 6-9% der Fälle sprechen, die das auffällige Verhalten eines Computersüchtigen aufweisen, ist die Tendenz zur Erkrankung stetig steigend. Immer mehr Menschen schaffen sich PCs an – und damit die Möglichkeiten für ausgiebiges Spielen in der Freizeit. Auch die Verbreitung des Internets nimmt rasant zu – und somit auch die Vernetzung mit anderen Spielern und das gemeinsame Spielen auf bestimmten Servern. Die täglichen Anfragen bei der Ambulanz für Spielsucht bestätigen, dass das Thema gefragt ist und an Bedeutung zugenommen hat. Die Homepage der Mainzer Ambulanz www.verhaltenssucht.de gibt Betroffenen und deren Angehörigen einen ersten Einblick in die Facetten der Computerspielsucht sowie ihre therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten und verweist auf Ansprechpartner für weitere Fragen.
Uncertain about quantum mechanics?
Mai 28, 2008Die Vorlesungsreihe “Physik am Samstagmorgen” an der Uni Mainz bietet Schülern der Oberstufe und Lehrern die Möglichkeit, sich mit aktuellen Forschungsfragen der Physik auseinanderzusetzen. “Vom Quark zum Kosmos” sollte den Gästen dieses Jahr an sechs Samstagen die Welt erklärt werden - ein ehrgeiziges Ziel.
Drei junge Männer schlendern an einem Samstag um neun Uhr früh über den ungewohnt stillen Campus - alle drei haben sie lange Haare, einer ist mit einem Kettenhemd bekleidet und trägt ein Trinkhorn im Gürtel. Ihr Ziel ist nicht etwa eine Mittelalter-Convention, sondern die Vorlesung Physik am Samstagmorgen. Heute leitet Dr. Matthias Neubert, Professor für theoretische Elementarteilchenphysik, die letzte Veranstaltung der Reihe. “Kosmologie und Quantenphysik” lautet das Thema.
Der Hobbit, das Spaghettimonster und die dunkle Seite der Macht
Wer einen Schein für den Besuch der Vorlesung erhalten möchte, muss erst einige Anmeldeformalitäten inklusive Herr der Ringe-Referenzen (”Du darfst nicht vorbei!!!”) über sich ergehen lassen, bevor er in den gut gefüllten Hörsaal der Physik vorgelassen wird. Bemerkenswert aus der Sicht des Sozialwissenschafts-Studenten ist hier, dass die Technik inklusive Beamer und Kameras einwandfrei funktioniert und sofort in den Vortrag eingestiegen werden kann. In knapp drei Stunden erläutert Professor Neubert anhand von einfachen Experimenten und “so wenigen Gleichungen wie möglich”, wie das ganz Große mit dem ganz Kleinen zusammenhängt.
Dabei wird nicht Halt gemacht vor
Forschungsfeldern wie dem der dunklen Materie, die nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft noch weit mehr Fragen aufwerfen als sie überhaupt beantworten können.
Das junge Publikum zeigt sich in seinen zahlreichen Fragen bemerkenswert fachkundig und obendrein dankbar über alle Anspielungen auf Star Wars oder das Flying Spaghetti Monster, die an mehr oder weniger passenden Stellen in den Vortrag eingebaut sind. Liegt am Ende in der Allianz aus theoretischer Physik und Popkultur der Schlüssel zur Begeisterung der Jugend für die Wissenschaften?
“Die Vorlesung lebt!” - Physik am Samstagmorgen stößt bei Schülern auf großes Interesse
Die Vorlesung erreicht ihre Zielgruppe in jedem Fall problemlos - mit “eins plus” bewertet der 17jährige Ramin K. die Veranstaltung: “Ich bin extra aus Frankfurt angereist, aber das macht man gerne, wenn einen das Thema so interessiert, da steht man mit Freude um fünf Uhr auf!” Er findet, dass die Themen weit besser aufbereitet sind als im Physikunterricht, sogar besser als die Vorlesungen, die er als Schülerstudent bereits an der Uni Frankfurt besucht hat. “Hier entwickeln sich Diskussionen, man kann auch jederzeit Fragen stellen anstatt dass hier Totenstille herrscht - die Vorlesung lebt!” Ramin findet es schade, dass er aus seinem Physik-Leistungskurs der einzige ist, der die Reise nach Mainz auf sich genommen hat - dafür verschlägt es ihn bald in noch weitere Ferne, denn er ist der Gewinner einer Reise zum Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz, das die Veranstalter von Physik am Samstagmorgen unter allen Teilnehmern in einem abschließenden Quiz verlost haben.
Man will keine reine Schülerveranstaltung sein
Aber auch für Lehrer hat Physik am Samstagmorgen einiges zu bieten. “Es ist sehr schwierig, als Lehrer immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, gerade bei Themen, die aus der aktuellen Forschung kommen”, meint Professor Neubert. Deshalb sieht er in dem Aktualitätsbezug der Themen von Physik am Samstagmorgen auch eine Chance, diese über die Lehrer in den Schulunterricht einzubringen. Die Aktualität der behandelten Themen zeigt sich nicht zuletzt durch den häufigen Verweis auf Forschungsprojekte des CERN, die in den nächsten Jahren - so die Hoffnung - viel zur Beantwortung der Fragen beitragen werden, die im Laufe des Vortrags aufgeworfen worden sind. Vor diesem Hintergrund wird für die Teilnehmer von Physik am Samstagmorgen auch eine gemeinsame Reise zum CERN angeboten, um das Gelernte zu vertiefen und in den Schülern die Freude an der aktuellen Forschung zu wecken, die auch Professor Neubert selbst zeigt. “Wir leben in spannenden Zeiten”, sagt er in seinem Schlusswort, “und es ist ein Privileg, dass wir an diesen Fragen forschen dürfen, während andere Geld verdienen müssen.”

Das CERN aus der Vogelperspektive. Autor: User Silberstein
auf pl.wikipedia. Freigegeben unter der GFDL
