Warum will ich Journalist werden?

Journalist – ein Beruf von dem viele träumen. Aber was heißt es eigentlich „Journalist sein“? Langenscheidts Großwörterbuch definiert Journalist als: „j-d, der Berichte usw für Zeitungen, Fernsehen oder Rundfunk macht.“
Was bedeutet das für mich? Will ich wirklich Journalist werden? Dieser Beruf wird von vielen Menschen sehr oft mit Berühmtheit, Aufmerksamkeit, Geld verbunden. Will ich mich jeden Tag in den Ring stellen und darum kämpfen, dass jemand meinen Bericht zeigt oder druckt? Soll ich jeden Tag, 356 Tage im Jahr, davon abhängig sein, dass jemand einen Bericht über dies oder jenes haben möchte? Ich glaube nicht, dass dies das Ziel meines Lebens sein könnte. Es geht doch nicht um Berühmtheit, Geld, aber um Stimme, Gedanken und Schreiben selbst. Das ist das wichtigste: Schreiben! Es ist für mich wie fliegen. Man ist unbegrenzt, frei, wie ein Vogel. Da bin ich, mein Stift (oder auch Tastatur), leeres Blatt und Gedanken. Erst kommen Wörter, dann Sätze und die bilden Geschichten. Und so wie der Vogel darf ich dorthin fliegen, wo nur ich hin möchte. Das schönste daran ist, dass es keine Grenzen gibt. Kein Mensch gibt die Richtung vor und wenn doch, dann entscheide schließlich ich, was auf diesem leeren Blatt festgehalten wird. Und viel schöner ist es doch, wenn man nicht viel überlegt, sondern das schreibt, was einem das Herz vorsagt. Ich glaube das wichtigste für mich ist es, wie der Vogel zu sein. Solange ich schreibe, weiß ich, wo mein Ziel ist. Man könnte an dieser Stelle fragen, warum schreibe ich überhaupt? Ich glaube wichtig ist es für mich, dass ich das, was ich für wichtig halte, auch festhalten kann. Ich wollte sein, wie Ryszard Kapuscinski, der von jeder Reise einen Bericht in Form eines Buches mitgebracht hat, um in den Menschen das Verständnis zu wecken, was er in seinem Leben macht und warum. Ein weiteres Vorbild ist Waldemar Milewicz. Er war ein Journalist, der den Menschen die schlimmsten Ereignisse des Krieges zeigen wollte. Dafür ließ er sein Leben im Irak. Diese Art Journalismus ist es, die mich so interessiert und beeindruckt. Man könnte ohne Beschränkung, aber doch auf eigene Verantwortung darüber berichten, was man für eine, ich nenne das Geschichte der Menschheit, halten würde. Dieser Teil dieses Berufs (obwohl ich der Meinung bin, dass man Journalismus nicht als Beruf bezeichnen kann) wird oft als verantwortungslos und zu riskant verurteilt. Meiner derzeitigen Meinung nach ist dies der einzige Aspekt des Berufs, den ich für sinnvoll halte. Ein Journalist ist wie ein Bote, der zeigt, was im Leben den anderen Menschen passiert, der über die schlimmsten Erfahrungen anderer berichtet und den Opfern dadurch Hoffnung gibt, dass er Aufmerksamkeit erregt. Journalist als Soldat der Menschheit, der ohne Gewalt um die Gerechtigkeit des Lebens kämpft.
Wenn ich wirklich auf die Frage: „Warum ich Journalist werden möchte?“, eine Antwort geben soll, dann gebe ich zu, dass es bestimmt eine interessante Erfahrung sein kann. Ich möchte ein Journalist werden, der sich für die Unterdrückten dieser Welt einsetzt.

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