Warum werde ich Journalistin?

By lenabassermann

Journalist kann jeder sein. Das steht im Grundgesetz. Artikel 5 garantiert die Freiheit der Meinung in Wort, Schrift und Bild. Doch was tut ein Journalist? Als Auslandskorrespondent in der Tagesschau live zugeschaltet aus fernen Ländern über die aktuellsten Geschehnisse berichten? Für den Spiegel die großen Skandale aufdecken? Um die Welt jetten und seitenlange Reportagen verfassen?
So oder ähnlich stellen sich viele Menschen das Berufsbild des Journalisten vor. Klingt traumhaft, spannend und verlockend. Diese Vorstellungen könnten sicher schnell viele Zeitgenossen von der Zunft des Journalismus überzeugen – entsprächen sie der Realität. Die stellt sich jedoch eher so dar: Schlechte Bezahlung, unsichere Beschäftigungschancen, keine eindeutigen Ausbildungswege und unregelmäßige Arbeitszeiten sind nur einige Probleme, mit denen sich Journalisten oder die, die welche werden wollen, auseinandersetzen müssen. Die großen, aufregenden Jobs sind nur einem kleinen Kreis vergönnt, der Rest muss sich mit Zukunfts- und Perspektivängsten auf ständig wandelnden Medienmärkten auseinander setzen.
Warum dennoch Journalist werden? Für mich ist die Antwort einfach: Aus Leidenschaft. Aus der Leidenschaft am Schreiben. Dem Wunsch, die Welt zu beschreiben und Menschen über Ereignisse zu informieren. Journalisten lernen die unterschiedlichsten Menschen und deren Geschichten kennen, erhalten Einblicke in die verschiedensten Welten und sind kreativ. Journalismus ist vielfältig: Themen recherchieren, Informationen sammeln und für ein möglichst breites Publikum verständlich aufbereiten. Interviews führen, Meldungen bearbeiten, Nachrichten schreiben. Diese Vielfältigkeit an Einsatzgebieten, an Tätigkeiten und an Themen reizt mich. Journalismus lebt von der Aktualität und wird nie langweilig – diese Vielfalt und Abwechslung sind für mich die entscheidenden Gründe für eine Zukunft in diesem Berufsfeld. Nicht festgelegt zu sein auf ein festes Tätigkeitsfeld sehe ich nicht als Nachteil. Vielmehr sollte die unstetige Medienlandschaft als Chance begriffen werden, sich immer weiterentwickeln und weiterbilden zu können. Sich immer neuen Herausforderungen zu stellen, räumlich mobil zu sein und jederzeit neuen Arbeitssituation anzupassen – Flexibilität eben.
All das macht für mich das Journalisten-Dasein aus – auch ohne Leitartikel für die Süddeutsche Zeitung zu schreiben oder Radio-Sendungen bei der Deutschen Welle zu moderieren. Schön ist zwar die Vorstellung, aber nicht zwingend nötig, um die Leidenschaft für den Journalismus auszuleben. Journalist kann jeder sein. Ein guter Journalist wohl nur der, der von dem, was er tut, überzeugt ist.

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