Uni Mainz – Geographie-Studenten werden Journalisten

By Zapp Brannigan

„Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten“, so lautet ein Sprichwort.
Sprichwörter gelten als Sätze, die in kurzer, prägnanter Form (Lebens-)Weisheiten ausdrücken.

Doch dieser Tage scheint der Geographie-Student dieses Sprichwort mindestens kritisch zu beäugen. Getrieben vom Interesse an der „Erdkunde“, in Ausnahmefällen auch die einfachste Antwort auf die „Was mache ich eigentlich nach dem Abi?“-Frage, freut man sich sein Wissen über den Raum des menschlichen Lebens und dessen physische Eigenschaften zu vertiefen.
Schon zu Studienbeginn macht sich leichte Ernüchterung breit. Neben dem Hauptfach Geographie muss man noch zwei Wahlpflichtfächer belegen. Gesagt, getan. Eines davon soll Publizistik sein. Und zugegeben – Publizistik gefällt. Vor allem die oftmals praktische Auslegung lässt die Frage „Wozu brauche ich das eigentlich?“ nur noch selten aufkommen.
Apropos Praxis. Ebenfalls auf der studentischen „To Do“-Liste befindet sich das Seminar „Journalistische Praxis“. „Nun gut“, denkt sich der Geographie-Student, „der praktische Teil deines Wahlpflichtfaches war bisher recht spaßig und interessant, auf ins Seminar „Lehrredaktion Online“!“.
Zu Beginn der Veranstaltung erfährt man, dass der Dozent für das ZDF arbeitet. Eine wertvolle Erfahrung. Für den angehenden Journalisten. Der Geograph hingegen bemerkt, dass, oh Wunder, er hier wirklich journalistische Arbeit leisten muss. Bestehend aus Redaktionskonferenzen, Themenfindung und –bestimmung, sowie der Vorortrecherche und dem Anfertigen eines Artikels. Das ist der erste „Hallo-Wach-Moment“. „Wie? Ich soll durch die Gegend wetzen und auf Journalist machen?“. Eine Mischung aus Verwirrung, Verunsicherung und Hilflosigkeit macht sich breit. „Bin ich hier überhaupt richtig?“, „Brauch ich den Schein wirklich?“, sind nur einige Fragen, die einem in diesem Moment durch den Kopf schießen. Ja, Geographie-Studenten mit dem Wahlpflichtfach Publizistik brauchen den Schein in „Journalistische Praxis“ um das Studium abschließen zu können.
Kaum berappelt kommt es dann auch schon zum zweiten „Hallo-Wach-Moment“ des Seminars. Die erste „Hausaufgabe“ steht an. Eine in 2500 Wörtern gefasste Antwort auf die Frage „Warum werde ich Journalist?“.
Da haben wir sie ja, die „dumme“ Frage. Eine nicht zu beantwortende direkt zum Einstieg in die Veranstaltung zeigt unweigerlich auf, wie sinnfrei dieser Schein für aufkommende Geographen ist. So deckt der Inhalt kaum brauchbare Erfahrungen für die spätere Berufssparte und man muss zu allem Überdruss dem Niveau von einigen Kommilitonen mit absolvierten Praktika im medialen Berufsfeld standhalten. Geschweige denn den Ansprüchen des Dozenten.

So hoffe ich doch für spätere Generationen von Geographie-Stundenten, dass man hier den Lehrplan nochmals überdenkt. Somit bliebe auch den, durch das Aufkommen von „user generated content“ und der „blogosphere“, ohnehin Leid geprüften Journalisten eine weitere Gruppe von „Möchtegern-Reportern“ erspart.

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2 Antworten zu „Uni Mainz – Geographie-Studenten werden Journalisten“

  1. commanderbrannigan sagt:

    the zapper is here!

  2. Lenny Lennard sagt:

    Subba

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